Star-ParfumsDer Nebel des Grauens

Viele Menschen besprühen sich mit großen Namen. Sind diese Parfums nur Geldmacherei? Nein. Nicht nur. Sie sagen oft mehr über Stars und ,,Stars'' aus, als man je wissen wollte - dazu muss man aber mal ran an die lustigen Flaschen.

Britney Spears: Curious

Als Curious den Parfummarkt aufmischte, hatte die 21-jährige Lolita gerade einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame erhalten, und "Fed-Ex" hieß noch Kevin Earl Federline, war unbekannt, mittellos und tanzte sich irgendwo im Hintergrund einen Wolf. 2004 war Brits Jahr. Und Curious die Botschaft an ihre Fans: Unbändige Neugierde lässt Träume wahr werden, ja ja!

Lang ist's her, sagt dieser Duft. Der azurblaue Flakon mit dem herzigen pinken Plastikanhänger verkörpert eine junge Frau, deren massentauglicher Look von Mutter und Beratern oktroyiert wird; wie auch ihre öffentliche Rolle, die Unschuld vom Land zu spielen - das suggeriert der Anfangsakkord mit weißer LouisianaMagnolie und süßer AnjouBirne. Dass man als girl irgendwann nicht anders kann als komplett durchzudrehen, auch das prognostiziert das Parfum. Curious heißt nicht nur neugierig, sondern auch: sonderbar.

Das ist es, was am Ende bleibt auf der Haut - ein sonderbares Zuviel von vanillegetränktem Moschus, das nicht aphrodisierend wirkt, sondern so: abgefuckt. Besser könnte dieser Duft einen Engel nicht beschreiben, der sich selber abgeschossen hat - interessante Interpretationsstütze fürs Feuilleton, das Britney ja liebt, seit sie am Ende ist. Österreicher nennen so ein Parfum Nuttendiesel. La vie n'est pas rose.

Foto: AP

14. Februar 2008, 16:512008-02-14 16:51:00 ©