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Soziales:Zu wenig Erzieher: Kita-Kritik aus Güstrow

Güstrow (dpa/mv) - Mehrere Bürgermeister und der Landrat des Landkreises Rostock Sebastian Constien (SPD) haben die derzeitigen Regeln für Kindertagesstätten im Nordosten scharf kritisiert. Der volle Rechtsanspruch auf Kindertagesbetreuung könne auf diese Weise nicht abgesichert, alle Regeln und Vorgaben des Landes nicht erfüllt werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Kommunalpolitiker. Folgen seien eingeschränkte Öffnungszeiten für alle, Personal- und Raumnot sowie frustrierte Eltern. Seit Montag sind die Kitas wieder für alle Eltern geöffnet, aber unter deutlich verschärften Bedingungen.

"Bei den Eltern entsteht daraus Unverständnis und Frust. Zu Recht", stellte Landrat Constien nach Beratungen am Donnerstag zur Praxis in der sogenannten Übergangswoche im Zuge der Corona-Einschränkungen fest. Die aktuelle Corona-Kindertagesförderungsverordnung des Landes sei realitätsfremd, hieß es. Zuvor hatte die Gewerkschaft GEW die geltenden Regelungen bereits kritisiert.

Kinder könnten nicht in verschiedene Betreuungsarten eingeteilt - wie Vorschule, Notfallbetreuung und eingeschränkter Regelbetrieb - und dann noch verlangt werden, einen konstanten Bezugserzieher je Gruppe zu benennen, hieß es vom Landkreis. Dies übersteige schon mathematisch die Personal-Kapazitäten, dazu kämen Erzieher im Risikoalter. "Das Ziel, jedem Kind ab 2. Juni eine dauerhafte Betreuung zukommen zu lassen, können wir in unseren Einrichtungen unter den verfügten Vorgaben des Landes nicht ansatzweise erfüllen", gab Christian Grüschow, Bützows Verwaltungschef und Leiter des Amtes Bützow-Land, einen Ausblick auf die Zeit nach Pfingsten.

Die Kita-Praxis stößt derzeit auch bei vielen Eltern im Nordosten auf Kritik. Laut GEW berichten Erzieherinnen von zu wenig Personal, zu wenigen Räumen, zu großen Gruppen, schwierigen Übergabesituationen, keine praktikablen Pausenregelungen sowie Angst vor Ansteckung.

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