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Soziales - Wiesbaden:FDP fordert Investitionen in Qualität der Kinderbetreuung

Wiesbaden (dpa/lhe) - Die FDP-Fraktion im hessischen Landtag hat die Pläne der Landesregierung zur Kinderbetreuung kritisiert. Schwarz-Grün setze hier falsche Schwerpunkte, erklärte Fraktionschef René Rock am Dienstag in Wiesbaden. Die Landesregierung will alle drei Kindergartenjahre ab August 2018 für eine Betreuung von jeweils sechs Stunden am Tag beitragsfrei gestalten. "Kitas sollten Bildungseinrichtungen sein", sagte Rock. "Wenn es nach uns ginge, würden wir zuerst in die Qualität investieren."

Die FDP fordert, mindestens 100 Millionen Euro im Jahr zusätzlich in einen besseren Betreuungsschlüssel und pädagogische Konzepte zu investieren. Auch eine wissenschaftliche Begleitung sei wünschenswert. Schwarz-Grün will im Doppelhaushalt 2018/2019 insgesamt 440 Millionen Euro für die Beitragsfreiheit bereitstellen. Dazu kommen knapp 50 Millionen Euro für die Qualitätsverbesserung.

Die SPD hatte mit einem eigenen Konzept nachgelegt. Es sieht die vollständige Übernahme der Kitagebühren stufenweise über vier Jahre vor und soll auch für die Unter-Dreijährigen für mindestens acht Stunden am Tag gelten. Als Kosten veranschlagen die Sozialdemokraten rund eine Milliarde Euro.

Laut einer am Montag veröffentlichten Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung gibt es in Hessens Kitas und Kindergärten zu wenig Personal: Für einen kindgerechten Personalschlüssel seien zusätzlich 7400 Vollzeit-Mitarbeiter und weitere 329 Millionen Euro jährliche Investitionen nötig.