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Soziales - Wiesbaden:Armutsrisiko im Norden nicht sehr hoch

Wiesbaden/Kiel (dpa/lno) - Das Armutsrisiko ist nur in drei Bundesländern geringer als in Schleswig-Holstein. Dies geht aus Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Dienstag hervor. Demnach betrug das Armutsrisiko - gemessen an der sogenannten Armutsgefährdungsquote - 2016 in Schleswig-Holstein 15,1 Prozent. Niedrigere Werte hatten Baden-Württemberg (11,9 Prozent), Bayern (12,1 Prozent) und Hamburg (14,9 Prozent). Die alten Bundesländer kamen auf einen Schnitt von 15,0 Prozent, die neuen - einschließlich Berlin - auf 18,4 Prozent.

Das höchste Armutsrisiko verzeichneten Bremen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern mit Werten über 20 Prozent. Haushalte gelten als von Armut bedroht, wenn sie weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung haben.

Trotz anhaltend guter Konjunktur stieg das Armutsrisiko von Kindern in Deutschland auf einen Rekordstand. Im vergangenen Jahr war davon jeder fünfte Heranwachsende unter 18 Jahren (20,2 Prozent) bedroht. Dies ist unter Berücksichtigung der Werte des Mikrozensus (Haushaltsbefragungen) der höchste Wert seit 2005. 2015 waren es 19,7 Prozent. Laut Statistikamt sind die Zahlen für 2016 wegen der Umstellung bei der Ermittlung dieser Werte und der üblichen Schwankung beim Mikrozensus aber nur eingeschränkt mit den Vorjahresergebnissen vergleichbar.

Erwerbslose haben ein besonders hohes Armutsrisiko. Bundesweit galt dies 2016 für 56,9 Prozent dieser Haushalte. Das waren aber 2,1 Punkte weniger als 2015. In den neuen Bundesländern waren 66,9 Prozent armutsgefährdet, im alten Bundesgebiet 52,9 Prozent.