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Sommerzeit:Es werde Licht!

Bei Kindern funktioniert die innere Uhr besser als bei Erwachsenen - ihnen macht die Zeitumstellung deshalb mehr zu schaffen. Doch ein Trick hilft.

Kinder kommen mit dem Wechsel zur Sommerzeit am besten zurecht, wenn sie morgens mehr Licht ausgesetzt werden. "Licht ist ein enorm starkes Signal und hilft, sich der Zeitumstellung anzupassen", sagt Dieter Kunz von der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin in Berlin.

Kinder haben es schwerer mit der Zeitumstellung: Ihre innere Uhr funktioniert noch besser.

(Foto: Foto: iStock)

Der äußere Hell-Dunkel-Zyklus habe den größten Einfluss auf die innere Uhr eines Kindes. Die werde zwar durch die Zeitumstellung etwas durcheinandergebracht, könne aber durch mehr Licht am Morgen leicht wieder richtig gestellt werden.

In der Nacht zu Sonntag, 29. März, werden die Uhren um zwei Uhr eine Stunde auf drei Uhr vorgestellt. Kinder trifft die Zeitumstellung deshalb härter, weil ihre innere Uhr laut Kunz besser funktioniert.

Erwachsene dagegen haben schon lange einen Hell-Dunkel-Zyklus, der wenig mit der Natur zu tun hat: "Nachts brennen überall Lichter, morgens führt der erste Gang oft direkt in die nächste dunkle U-Bahn-Station", sagt der Schlafmediziner und Chronobiologe.

Kinder reagierten auf Lichtsignale noch weitaus empfindlicher: Ist es morgens länger dunkel, kommen sie auch schwerer aus dem Bett. "Lamentieren hilft da nichts, die innere Uhr muss einfach wieder neu getaktet werden."

"Spät-Typen" haben es schwerer

Doch auch bei Erwachsenen gibt es Unterschiede, was die innere Uhr betrifft. Genetisch veranlagt sind manche inneren Tageszyklen länger beziehungsweise kürzer als 24 Stunden. "Spät-Typen bleiben länger wach und schlafen morgens länger. Ihre innere Uhr hat zum Beispiel 25 Stunden pro Tag", sagt Kunz. Und gerade diesen Menschen mache die kommende verkürzte Nacht zu schaffen.

Auch hier gelte: morgens möglichst früh Helligkeit ins Schlafzimmer lassen. Insgesamt sei die Umstellung auf Sommerzeit jedoch nicht weiter problematisch. "Nach ein bis zwei Tagen, spätestens nach einer Woche, haben sich die allermeisten auf die neue Situation eingestellt." Und immerhin bleibe es abends dafür noch länger hell, sagt Kunz.