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Solarium unschuldig:Sonnenbrand vom Sellerie

Nach einer halben Stunde im Bräunungsstudio war die Haut einer 65-Jährigen knallrot und mit Blasen übersäht. Ursache: Mittagessen.

Die Frau, offensichtlich eine Gemüse-Liebhaberin, hatte eine Stunde vor dem Gang ins Solarium 450 Gramm Sellerie verspeist. Mit dieser Menge der schmackhaften Knolle hatte sie etwa 45 Milligramm sogenannte Furocoumarine zu sich genommen, berichtete Josef Schlatter vom Bundesamt für Gesundheit in Zürich auf dem Vierten Forum Verbraucherschutz des Bundesinstituts für Risikobewertung in Berlin.

Gemüse

Bestimmte Gemüsesorten können zu Sonnenbrand führen.

(Foto: Foto: medical-tribune)

Furocoumarine sind sekundäre Pflanzenstoffe, die auch als Phytoalexine bezeichnet werden. Sie gehören zum Verteidigungssystem verschiedener Pflanzen. Hat die Pflanze "Stress" - zum Beispiel bei drohenden Fraßschäden, schlechter Witterung, ungünstigen Erntemethoden oder unsachgemäßer Lagerung - werden diese "natürlichen Pestizide" vermehrt gebildet. Bei übermäßigem Verzehr wirken Furocoumarine unter UVA-Strahlung phototoxisch, es kommt zu ausgeprägtem Sonnenbrand.

Kandidaten für einen hohen Furocoumarin-Gehalt sind außer Sellerie auch Petersilie, Pastinaken, Fenchel, Karotten und Feigen. Auch einstündiges Erhitzen auf 100 Grad Celsius überstehen diese Stubstanzen ohne Schaden. Und UVA kann man anders als UVB-Strahlen kaum aus dem Weg gehen.

Immerhin: Erst nach einer Aufnahme von mehr als 40 Milligramm wird es gefährlich. Der Haken dabei ist, dass man dem dem Gemüse nicht ansieht, wieviel Furocoumarin es enthält, denn die Konzentration kann recht unterschiedlich sein. Es bleibt also nur der Rat, im Sinne einer ausgewogenen Ernährung entsprechende Gemüsesorten möglichst nicht pfundweise zu verzehren.