Skandalbuch über Prinzessin Letizia Drogen, Affären, Abtreibung

Erst Carla Bruni-Sarkozy, nun die Gattin des spanischen Thronfolgers: Ein Buch über Letizias Vergangenheit erschüttert mit pikanten Details und schweren Vorwürfen die Nation - und kratzt am Image des Königshauses.

Dieses Buch wird dem spanischen Königshof nicht gefallen. Es handelt von einer Republikanerin und ihrer Vergangenheit. Es geht um Drogen, Liebesaffären, Scheidung und Depressionen. Die Protagonistin: Kronprinzessin Letizia, Frau des spanischen Thronfolgers Felipe. Der Titel: Letizia Ortiz - eine Republikanerin am Hof von Juan Carlos I.

Prinzessin Letizia, die Frau des spanischen Thronfolgers Prinz Felipe, am 14. September 2010 zu Besuch in der andalusischen Hauptstadt Sevilla.

(Foto: Reuters)

In Spaniens Medien scheint es derzeit kein anderes Thema zu geben, im Internet tauschen Gegner und Anhänger auf Foren und Blogs ihre Meinungen über das 239 Seiten lange Skandalwerk aus.

Die Informationen über das Leben der 38-Jährigen will der Autor Isidre Cunill Sanz mitunter aus Dossiers des spanischen Geheimdienstes CNI erhalten haben. Wie die Bild berichtet, streitet der CNI - ebenso wie das Königshaus - die Existenz solcher Dokumente jedoch ab.

Woher die Details aus dem Leben der Kronprinzessin sonst stammen könnten, ist unklar. Sanz beschreibt neben mehreren Affären auch die Ehe mit ihrem ehemaligen Lehrer Alonso Guerrero und die schmerzhafte Scheidung. Er fördert die Depressionserkrankungen in Letizias Familie zutage, ihren Haschischkonsum und ihre negative Einstellung gegenüber der Monarchie und der Kirche.

Der schlimmste Vorwurf: Die zweifache Mutter soll 1996 in Mexiko eine Abtreibung durchgeführt haben - im katholischen Spanien eine unverzeihliche Sünde. Konkrete Beweise hat der 54-jährige Autor dafür nicht.

Fest steht: Das Buch bringt die Kronprinzessin - und mit ihr das spanische Königshaus - in Bedrängnis. Es ist ein Desaster für das Image der ehemaligen Journalistin, die nach anfänglichen Schwierigkeiten endlich mit ihrer neuen Rolle an der Seite des spanischen Kronprinzen zurechtkam.

Bereits bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt hatte die prominente Journalistin zum ersten Mal den Unmut des Königshauses erregt: Als Felipe im November 2003 um die Hand der geschiedenen Letizia Ortiz anhielt, trug sie statt Rock einen Hosenanzug und unterbrach vor laufenden Kameras ihren Verlobten mit der Aufforderung: "Lass mich einmal ausreden!".

Zwar hielt sie sich seit ihrer Vermählung am im Mai 2004 an die offizielle Kleiderordnung und entsprach auch sonst der höfischen Etikette. Doch lange Zeit schien sich die Kronprinzessin, deren Name "Freude" bedeutet, in ihrer neuen Rolle nicht wohl zu fühlen. Letizia stand stets unter Beobachtung, wurde beurteilt, kritisiert und ermahnt. Sie magerte zusehends ab, die Presse berichtete immer wieder von Essstörungen und Magersucht.

Erst seit der Geburt ihrer Töchter Leonor und Sofia schien sie sich eingelebt zu haben. Es folgte eine Schönheitsoperation, die von den Spaniern sowohl bejubelt als auch verspottet wurde. Als Letizias Schwester überraschend stirbt, bringt ihre öffentliche Trauer ihr viele Sympathien ein.

Das Buch über die Vergangenheit der Kronprinzessin wird die spanische Monarchie und ihre konservativen Anhänger in ihren Grundfesten erschüttern, mutmaßt die spanische Presse. Letizia solle man deswegen keinen Vorwurf machen, findet der Königshausexperte Jaime Peñafiel: "Aber dem Kronprinzen, der sie geheiratet hat. Und dem König, der diese Ehe nicht verhindert hat."

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