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Familienschicksal:Die Kämpferin

Julia Schiedermaier. Der Mutter von zwei Kindern mussten nach einer Sepsis und multiplen Organversagen beide Beine ab dem Knie abgenommen werden und einige Finger/Fingerspitzen. Kleinkarolinenfeld 21, 85653 Aying

"Wie Resteverwertung aus dem Kühlschrank", so fühle sich ihr Leben jetzt manchmal an, sagt Julia Schiedermaier, 41.

(Foto: Florian Peljak)

Julia Schiedermaier hat viel verloren: beide Unterschenkel, alle Fingerspitzen - und beinahe auch ihr Leben. Wegen einer Blutvergiftung, von der niemand weiß, woher sie kam. Eine Geschichte übers Weitermachen.

Von Julia Rothhaas

Wie es sich anfühlt, mit den Zehen zu wackeln, weiß Julia Schiedermaier noch genau. Es sei kein Phantomschmerz, sondern vielmehr ein Phantomgefühl. "Kein Wunder, schließlich waren die Dinger ja 41 Jahre lang dort unten", sagt sie und deutet Richtung Boden. Die Zehen sind in ihrem Kopf weiterhin präsent. "Dafür habe ich kein Fingerspitzengefühl mehr." Sie lacht auf. Denn ihr mussten nicht nur beide Füße abgenommen werden, sondern auch ihre Unterschenkel. Und ihre Fingerspitzen, alle zehn.

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