Familien-NewsletterNur sieben Wochen bis zu den Ferien!

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Sebastian Willnow/dpa

Unsere Autorin und ihre Tochter haben die ersten Sommerferien hinter sich. Und würden gerne noch ein paar Wochen dranhängen. Wie gut, dass es schon bald wieder eine Auszeit gibt.

Ein Familien-Newsletter von Felicitas Kock

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Dieser Text stammt aus dem Familien-Newsletter der „Süddeutschen Zeitung“, der jeden Freitagabend verschickt wird. Hier können Sie ihn abonnieren.

Liebe Leserin, lieber Leser,

jetzt also – auch in Süddeutschland – wieder Ärmel hochkrempeln. Den Wecker eine halbe Stunde früher stellen. Brotdose packen. Zur Eile treiben. Hast du schon Zähne geputzt? Zieh dich doch mal an. Muss ich den Zettel hier unterschreiben? Warum läufst du noch in Unterhose rum? Wir müssen noch Haare kämmen. Ja, auch wenn du einen Pferdeschwanz machst. Wo ist deine zweite Socke? Vergiss deine Zahnspange nicht!

Mein größeres Kind kommt am Dienstag in die zweite Klasse. Wir haben also gerade unsere ersten gemeinsamen Sommerferien hinter uns, und das ist kein peinliches Pseudo-Wir à la „Wir essen schon Brei“ oder „Wir haben ein Aua“.

Nein, das ist ein tief ineinander verknäultes Familien-Wir. So nah wie nach sechs Wochen Sommerferien sind wir vier uns lange nicht gewesen. Klar, abgesehen von den zwei echten Urlaubswochen in Norddeutschland hat immer irgendjemand gearbeitet oder war im Kindergarten oder hat ein paar Tage bei Oma und Opa verbracht. Trotzdem war da irgendwie mehr Zeit füreinander, mehr Gelassenheit, und vor allem: weniger Stress am Morgen. Das Schulkind ist jeden Tag ein bisschen später aus dem Bett geklettert und hat dann ganze Vormittage spielend auf dem Kinderzimmerteppich verbracht.

Jetzt sollen diese sechs Wochen Slow Motion vorbei sein? Das macht mich fast ein bisschen wehmütig.

Gestern habe ich noch mal einen Blick auf das Erstklass-Zeugnis meiner Tochter geworfen. Bei der ersten Lektüre hatte es mich zugegeben etwas ratlos zurückgelassen. Meine Kollegin Nadeschda Scharfenberg hat ein sehr unterhaltsames Stück über die verklausulierte Zeugnissprache geschrieben (SZ Plus). Mittlerweile denke ich, dass es ziemlich genau wiedergibt, was ich mir ohnehin über die Schul-Performance meines Kindes gedacht hatte. Oder es ist wie beim Horoskop und jeder interpretiert am Ende hinein, was ihm lieb ist. „Die Schülerin beteiligt sich häufig mit sachbezogenen Beiträgen ...“ Hmm.

Jetzt also zweite Klasse. Von Nervosität keine Spur mehr. Wir (ja, wir, in unseren unterschiedlichen Rollen) kennen uns jetzt aus. Allen angehenden Erstklass-Eltern möchte ich dafür einen schon etwas älteren, aber immer noch gültigen Text (SZ Plus) ans Herz legen, der Fragen zu allen möglichen Erstklass-Themen beantwortet – von Stillsitzen bis Freundefinden. Mir hat er vor zwölf Monaten geholfen, mich ein wenig in die Materie einzulesen.

Sind Sie und Ihre Kinder schon bereit fürs neue Schuljahr? Oder würden Sie lieber noch ein paar Tage Ferien dranhängen? Immerhin, bis Allerheiligen sind es nur sieben Wochen. Also ungefähr 35-mal Wecker-früher-Stellen, Pausenbrot-Packen und Zur-Eile-Treiben. Wir schaffen das!

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