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Schönheitschirurgie für Tiere:Mein Mops ist der Schönste!

Triefende Augen, sabbernde Schnauzen oder der Hund ganz hodenlos - so viel Hässlichkeit muss nicht sein. Schönheitschirurgen haben die Vierbeiner für sich entdeckt.

Mirja Kuckuk

Das Schöne am Hund ist - man kann ihn sich aussuchen. Anders als beim eigenen Nachwuchs kann man Form und Farbe durchaus selbst bestimmen. Man geht zum Züchter oder ins Tierheim, zeigt mit dem Finger auf den niedlichsten aller Welpen und sagt: "Den da, bitte!".

Mops, iStockphotos

Möpse leiden gerne mal unter Atemnot. Da helfen: eine Schönheits-Operation, oder - etwas günstiger - das Spazierentragen.

(Foto: Foto: iStockphotos)

Auf der Suche nach der schönsten Kreatur Hund zeigt sich der Mensch einfallsreich. Das belegt der zeitlose Spaß an der Kreuzung. Zum Bespiel der Schnoodle, eine aktuelle Kreuzung aus Schnauzer und Pudel, ist ein prima Kerl - wuschelig das Fell, agil das Tier. Fast schon biblisch alt dagegen der "Königshund" Mops, der vor rund 2000 Jahren im chinesischen Kaiserreich aus doggenähnlichen Hunden herausgezüchtet wurde.

Doch was tun, wenn man sich schließlich den schönsten Mops ins Haus geholt hat und dieser plötzlich ein Triefauge entwickelt? Oder der kastrierte Jagdhund, der einen im Tierheim noch so herzerweichend angeblinzelt hat, nun doch von hinten seltsam traurig ausschaut?

Man geht zum Schönheitschirurgen. Der Trend kommt aus den USA. Dort bieten Kliniken beschönigende Eingriffe für Haustiere an, die durchaus mit der plastischen Chirurgie des Menschen vergleichbar sind. Fangen die Lefzen an zu hängen, lässt man sie straffen. Hängt der Bauch zu tief, lässt man das Fett absaugen.

Doch der Grund für diese Korrekturen, die Herrchen oder Frauchen vornehmen lassen, um einen optischen Makel zu begradigen, sind oftmals hausgemachte Probleme. Bei vielen gezüchteten Rassen ist solch eine Schönheits-OP häufig vielmehr ein helfender Eingriff. Die extrem kurze Nase der Bulldogge, die hervorquellenden Augen des Mopses - für das Tier können sie Qualen bedeuten. Die Hunde japsen nach Luft, die treublickenden Augen triefen fortwährend. Der Chirurg weitet in diesen Fällen die Atemwege und lasert die Wimpern weg.

Mit helfender Hand hat allerdings folgende Methode nichts mehr zu tun: kastrierte Hunde mit künstlichen Hoden zu versehen. Eine Firma in den USA hat sich auf Testikel-Implantate für Tiere spezialisiert. Den Gründer, selbst Hundebesitzer, plagte nach der Kastrierung seines Vierbeiners ein derart schlechtes Gewissen, dass er in das Geschäft mit dem Silikon einstieg. Mittlerweile sollen weltweit 100.000 Stück in unterschiedlichen Größen verkauft worden seien. Stolze Träger sind auch Katzen, Ratten und Stiere.

Wer von derlei "Problemzonen" rund um seinen Liebling nichts wissen will, sollte mit ihm fleißig spazieren gehen (das beugt Übergewicht auf beiden Seiten vor) -und sich am besten eine Dackel-Hündin anschaffen.

© sueddeutsche.de/bön
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