Schmachtwort von Michael Bublé:Unterdrückung als Erfolgskonzept

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"Meckert eure auch jedesmal, wenn ihr euch mit ein paar Kumpels auf ein Bier treffen wollt?", fragt einer. "Schlimmer noch", antwortet ein anderer, "Meine hat mir auf mein Handy 'ne drink less-App installiert, die den Alkoholpegel misst - und besteht darauf, dass ich ihr alle 30 Minuten die Ergebnisse simse." Mitleidiges Kopfschütteln von den Umstehenden. "Man muss wirklich ein starker Mann sein, um eine starke Frau zu haben", ächzt ein smarter Dunkelhaariger, der Pierce Brosnan äußerst ähnlich sieht. "Und man muss ein noch stärkerer Mann sein, um auf diese Frau zu hören."

"Genau!", pflichtet ihm ein kleiner Herr mit großer Nase in einem verknitterten Trenchcoat bei, der sich als Dustin Hoffman zu erkennen gibt. "Jetzt verkauft er uns seine Unterjochung gleich wieder als Erfolgskonzept", tuschelt einer und verdreht dabei die Augen. Und tatsächlich, im nächsten Moment verkündet der Mann: "Ehe funktioniert nur, wenn er eine Heidenangst vor ihr hat!"

Die Umstehenden klopfen ihm beschwichtigend auf die Schulter, einer murmelt: "istjagut" und "wirdschonwieder". Dann öffnet er eine Dose mit der Aufschrift "Gegen Traumata und Panikattacken - drei Mal täglich", reicht ihm eine rosafarbene Tablette und schiebt ihn in Richtung eines gigantischen Pantoffels mit den Worten: "Geh nach Hause, is' besser so."

In der Abenddämmerung verliert sich die Menge allmählich, die letzten Männer verschwinden unter ihren Pantoffeln.

Und die Frauen? Die schütteln betrübt den Kopf und fragen sich: "Wo sind sie nur geblieben, die echten Kerle?" Dabei blättern sie seufzend in den Hochglanzmagazinen, in denen Männer mit freiem Oberkörper zu sehen sind, die Brust enthaart und wie gemeißelt. Sie betrachten verträumt die Leinwand, auf der sich gerade ein attraktiver Student in einen Werwolf verwandelt und wippen geistesabwesend zu den Rhythmen von Rainhard Fendrichs "Macho, Macho"-Song. Immerhin, sie haben sich durchgesetzt.

Da hebt eine von ihnen anmutig den Fuß, wirft einen prüfenden Blick auf den Boden darunter und ruft: "Alles klar da unten?" "Aber sicher, mein Schatz - alles prima!" ertönt es von dort.

"Einen Vorteil hat die Sache", sagt einer der Männer im Schatten seines Pantoffels und nimmt einen Schluck Bier. "Hier unten hat man wenigstens seine Ruhe."

Geben Sie es ruhig zu, der Schluss gefällt Ihnen nicht. Wir finden die Situation auch nicht zufriedenstellend. Aber so sieht die Realität nun mal aus - im Kampf der Geschlechter herrscht eine Pattsituation. Eines ist sicher: Es wird weitergehen. Wir bleiben dran. Nach einer kreativen Pause wird sich die Autorin dem wichtigsten Thema der Welt in einer neuen Kolumne widmen. Bis dahin wünschen wir Ihnen viel Glück in der Liebe!

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