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Wenn Promis über Liebe reden - "Schmachtwort der Woche":"Am einsamsten fühlt man sich in einer schlechten Beziehung"

George Clooney hat ja so recht: Nirgendwo kann man sich so verlassen fühlen wie an der Seite eines Menschen, der mit dem Kopf ganz woanders ist. Andererseits: Soll man einem Mann glauben, der von sich behauptet, das einzige Wesen, von dem er sich je verstanden fühlte, sei ein Hängebauchschwein?

Dank Ursula von der Leyen wissen wir, dass Mann und Frau " ganz wunderbar miteinander schweigen" können. Dass sich Stille zwischen Partnern nicht immer gut anfühlt, musste ausgerechnet Frauenschwarm George Clooney erfahren. "Am einsamsten fühlt man sich in einer schlechten Beziehung", sagte der Schauspieler in einem Interview mit dem US-Magazin Hollywood Reporter.

Schmachtwort Clooney

Das "Schmachtwort der Woche" stammt diesmal von George Clooney.

(Foto: Sophie Kaiser)

Er hat ja so recht: Nirgendwo kann man sich so verlassen fühlen wie an der Seite eines Menschen, der neben einem sitzt, aber mit dem Kopf ganz woanders ist. Dann schon lieber allein als gemeinsam einsam - hat schon der Liedermacher Mario Hené gesungen. Auch Wolfgang Niedecken, Sänger der Kölschrockband BAP, frohlockte schon vor Jahren: " Ich bin endlich alleeen!"

Manchen Menschen kann es gar nicht einsam genug sein. Der Protagonist aus Patrick Süskinds Roman Das Parfum, Jean-Baptiste Grenouille, verkriecht sich in einer Höhle auf dem Gipfel des Vulkans Plomb du Cantal. Als ihm bewusst wird, dass nie ein Mensch zuvor die Höhle betreten hat, befällt ihn ein vollkommenes Glücksgefühl. Er rollt sich ein, steckt seine Nase in die geruchslosen Achseln und verbringt so die nächsten sieben Jahre. Die Sehnsucht nach dem Eremitentum hat mittlerweile eine eigene Branche hervorgebracht: Eremiten-Seminare in Wäldern oder Wellnessaufenthalte im Schweigekloster sind vor allem bei gestressten Managern beliebt. Veranstalter mit Namen wie "Höhle-Religion-Psyche" bieten den Rückzug in Tropfsteinhöhlen an - inklusive Didgeridoo-Spielen und anschließender Meditation.

Schon Rilke hat in seinem Stundenbuch die Erkenntnis beschrieben: "Denn nur dem Einsamen wird offenbart ...". Warum nur wird George Clooney diese Offenbarung nicht zuteil? Statt die Einsamkeit zu genießen und zur Kontemplation zu nutzen, wechselt der Mann seine Gespielinnen häufiger als andere ihre Zahnzwischenraumbürste. Ständig ist dieser Mann auf der Suche nach einem Partner, in dessen Gegenwart er sich nicht verlassen fühlt.

Und wo hat er nicht überall gesucht: bei der späteren Travolta-Gattin Kelly Preston, den Schauspielerinnen Dedee Pfeiffer, Judie Aronson, Karen Duffy, Krista Allen, Denise Crosby, Kimberly Russell, Brooke Langton, Traylor Howard und Sarah Larson. Selbst die lustige, kumpelhafte Renée Zellweger konnte sein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit nicht erfüllen. Vier Jahre war er sogar verheiratet, mit Talia Balsam. Es folgte die Kellnerin Sarah Larson und das Model Celine Balitran - oder war es umgekehrt? Egal, allesamt erwiesen sie sich als Horte der Einsamkeit. Die britische Radiomoderatorin Lisa Snowdon hatte wenig Verständnis für die Ruhelosigkeit des Schauspielers. Als er sich bereits mit der nächsten Gespielin amüsierte, trat sie in einer Radiosendung noch mal nach und erzählte vor laufendem Mikrofon: "Was George mit seinen Kumpels so macht? Die springen alle zusammen in den Whirlpool - nackt natürlich". Die Medien griffen das Thema gierig auf: Ist es nicht skandalös! Clooney steht auf Männer.

Clooney steht bekanntlich vor allem über den Dingen, das gilt auch für die öffentliche Meinung in Bezug auf seine sexuelle Orientierung. Sollen die Leute doch denken, er habe eine Beziehung mit einem Staubsauger - auch egal. Nur eines kann er nicht: mit sich allein sein. Deshalb zog er bereits kurz nach der Trennung von der italienischen MTV-Moderatorin Elisabetta Canalis eine Neue hinter sich her: die ehemalige Wrestlerin Stacy Keibler.

Am glücklichsten war George eigentlich mit Max. Die Beziehung zu dem Hängebauchschwein hielt länger als jede andere. Gut, ein paar Abstriche muss man bei so einem Gefährten schon machen. Zum Beispiel konnte Max nicht so gut küssen wie Judie, Denise oder Stacy. Nicht einmal in Designerfummeln käme sein 135-Kilo-Körper auf dem roten Teppich vorteilhaft zur Geltung. Ansonsten lief es wirklich prima, selbst das Bett teilte das ungleiche Paar miteinander. Und vor allem eines konnte Max: saugut zuhören, ohne dazwischenzuplappern. Neben Max fühlte sich George sicher niemals einsam. Schon allein deshalb, weil so ein Schwein ständig an einem herumschnüffelt. Es denkt ja auch immer nur an das eine: Fressen. Mit anderen Worten: Dieses Tier hat Clooneys "schweinische Bedürfnisse" vollauf befriedigt, wie dieser selbst es auf den Punkt brachte. Bedauerlicherweise begann der gute alte Max im Laufe der Jahre aus dem Mund zu stinken, sah immer schlechter und litt an Arthritis. Der Rest ist bekannt - möge er in Frieden ruhen. Inzwischen wohnt Clooney mit einem Cockerspaniel namens Einstein zusammen - in welchem Verhältnis die beiden zueinander stehen, ist nicht bekannt. Nur, dass der Hund immer das Kleingeld auffrisst, das im Haus herumliegt.

Muss sie ein Schwein sein?

Aber wir schweifen ab. Viel wichtiger ist die Frage: Was soll man von einem Mann denken, der von sich behauptet, das einzige Wesen, von dem er sich je verstanden fühlte, sei ein Hängebauchschwein? Was sagt das über seine Vorstellung von einer glücklichen Beziehung aus? Ist dieser Anspruch überhaupt zu erfüllen? Muss die perfekte Rote-Teppich-Abschnittsgefährtin von George Clooney ein Schwein sein? Unwahrscheinlich, dass er eine Frau mit Hängebauch und Rüsselnase toleriert. Auch das Grunzen würde er ihr kaum durchgehen lassen.

Was ist also die Lösung? Vielleicht fühlt sich Clooney einfach nur einsam, weil er den Richtigen noch nicht gefunden hat: sich selbst. Nach all den Frauen, Hausschweinen und Hunden ist es möglicherweise an der Zeit, einen Partner zu finden, der wirklich zu ihm passt. Er könnte es zur Abwechslung ja doch mal mit einem Mann probieren. Einen ersten Versuch hat er bereits hinter sich: Kürzlich küsste Clooney seinen Schauspielkollegen Billy Crystal - später erklärte er, es habe sich lediglich um eine Fotomontage gehandelt. Dennoch, ein Anfang, immerhin.

Es stimmt schon, am einsamsten ist man in einer unglücklichen Beziehung. Vielleicht hat Clonney dabei aber gar nicht von sich gesprochen. Sondern meinte die Frauen an seiner Seite.

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