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Schlaumeierei:Darum schlafen Fledermäuse mit dem Kopf nach unten

Von Georg Cadeggianini

Vielleicht muss man es selbst mal ausprobieren. Zum Beispiel mit der Reckstange in den Kniekehlen. Schon nach kurzer Zeit staut sich unangenehm das Blut im Kopf. Jetzt einschlafen? Nicht dran zu denken. Und wenn es trotzdem gelänge? Würde man bald von der Stange rutschen und sich fürchterlich den Kopf anhauen. Die Fledermaus hat es da einfacher. Sie hat einen speziellen Haltemechanismus. Bei Kopfüberbelastung rastet eine Sehne im Beinchen ein, fixiert die Fußkrallen im Haltegriff in der Decke. Aber warum tut sie das? Wer an der Decke hängt, ist schwerer erreichbar für Feinde. Und selbst wenn mal jemand kommt, ist man schnell weg: Krallen aufschnappen lassen - und schon fällt man in die Luft. Es ist wie Raketenantrieb, bloß in die andere Richtung. Und warum das Ganze jetzt kopfüber? Die Fledermaus ist das einzige Säugetier, das fliegen kann. Die Hände hat sie einfach schon voll mit Flügeln.

© SZ vom 13.10.2018
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