bedeckt München 30°

Sarah Jessica Parker im Image-Dilemma:Der Fluch des Erfolgs

Bei diesem geht es um Parkers neuen Film, Working Mom, verfilmt nach dem Bestseller der britischen Autorin Allison Pearson. Parker verkörpert darin die ambitionierte Investmentbankerin Kate Reddy, Mutter von zwei Kindern und Architektengattin. Die, wie könnte es bei dem Titel auch anders sein, Kind und Karriere vereinbaren muss und dabei gleichermaßen gegen Läuse, intrigante Kollegen und die Versuchung ankämpft, sich in ihren attraktiven Boss (Pierce Brosnan) zu verlieben.

Sehr ähnlich sei ihr die Figur der Kate Reddy, sagt Parker. Schließlich müsse auch sie diesen Spagat meistern. Auch sie, die Mutter von drei Kindern, ziehe statt Blackberry oft einen Schnuller aus der Handtasche und habe Babybrei an der Bluse kleben. Und auch bei ihr gleiche jeder Morgen einer "militärischen Operation".

Eine weitere Folge von Sex and the City

Es ist schwer, in ihr diese Kate Reddy zu sehen. Weil Parker nun einmal der Fluch vieler Serienschauspieler ereilt hat, was die New York Times auch als "Post-Carrie-Parkeritis" beschrieb. 94 Episoden, von 1998 bis 2004, plus zwei Filme lang hat sie sich als Carrie Bradshaw aus Sex and the City ins Bewusstsein der Menschen, insbesondere der Frauen, gebohrt.

Und so schaut man ihr auch in Working Mom zu, als wäre es eine weitere Folge von Sex and the City: Mr. Big hat ihr halt nur den Laufpass gegeben, sie hat einen anderen geheiratet, ist von New York nach Boston gezogen, hat den Beruf gewechselt und Kinder bekommen ...

"Ich hatte das Glück, gefragt zu werden, als Carrie bei einer Sache dabei zu sein, die einen Nerv getroffen hat. Alles andere habe ich mir hart erarbeitet", sagt Parker und schaut dabei so bockig wie eine Zweijährige, der man den Schnuller entzogen hat.

Für einen Teenie aus Ohio, der weder Familien- noch sonstige Beziehungen zum Showbusiness hatte, hat sie es weit gebracht. Sie ist Unicef-Botschafterin, sammelt mit Caroline Kennedy Geld für Privatschulen in New York und sitzt im Vorstand des "American Ballet Theatre".

Insofern gibt es bei Rollen wie dieser aktuellen tatsächlich viel mehr Parallelen zu ihrem eigenen Leben als jemals zur leicht verwirrten, modevernarrten Carrie Bradshaw. Nicht nur ist Parker eine erfolgreiche Geschäftsfrau - ihre Parfums sind ein weltweiter Drogerie-Renner, ihre eigene Produktionsfirma heißt "Pretty Matches", sie beriet das Modelabel Halston - auch kursieren Tausende Paparazzi-Bilder, die Parker dabei zeigen, wie sie ihre Kinder morgens im West Village in die Schule und mittags auf den Spielplatz bringt.

Meist trägt sie dabei Pferdeschwanz, Daunenweste, Ugg-Boots und statt Schminke Sonnenbrille. Und wirkt dabei wie eine authentisch engagierte, bodenständige Mutter, mit der man sich möglicherweise ganz lustig über Babywindeleimer und den besten Coffee-to-go unterhalten könnte. Der Carrie-, äh, Kumpeltyp eben ...

Während andere Stars früher oder später aufs Land flüchten, bleibt Parker stoisch in New York wohnen. "Die Fotografen verfolgen jeden Schritt, den ich mit meinen Kindern mache. Aber ich werde mich nicht in einem Haus mit Garage und Kiesauffahrt verstecken. Mein Mann arbeitet am Broadway und wir beide lieben unser Großstadtleben." Seit 1997 ist sie mit dem Schauspieler Matthew Broderick verheiratet, das Paar hat einen gemeinsamen Sohn, den achtjährigen James Wilkie.

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite