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Salzburger Festspiele:Maskenpflicht für die Kultur

Salzburger Festspiele Jedermann Corona

Neue Bescheidenheit: der Residenzplatz bei der Jedermann-Premiere.

(Foto: picture alliance / wildbild)

Die Salzburger Festspiele müssen diesmal ohne Glamour auskommen. Es herrscht Fächerverbot und eine Mini-Elefantenlänge Abstand. Dafür ist im Parkett nicht ein Husterer zu hören.

Von Christine Dössel

Die offizielle Salzburger Festspielmaske ist atmungsaktiv und ökologisch-nachhaltig. Man kann sie vor den Vorstellungen für zehn Euro erwerben, in den gut kombinierbaren Farben Schwarz oder Weiß. Sie zeichnet sich neben dem Logo "100 Jahre Salzburger Festspiele" durch einen "wasserabweisenden Lotus-Effekt" und eine "feuchtigkeitabsorbierende Innenlage" aus, womit sie vor Aufweichung durch Tränentröpfchen der Ergriffenheit ebenso schützt wie vor Begeisterungsspucke beim Applaus. Für beides gab und gibt es in Salzburg Anlass.

Das Tragen einer Maske ist weder besonders angenehm noch schaut es besonders gut aus, und es macht aus einem Restriktivfestival noch lange keinen Maskenball. Aber der Mund-Nasen-Schutz ist nun mal unerlässlicher Bestandteil des ausgeklügelten "Sicherheits- und Präventionskonzepts", mit dem Salzburg dem Coronavirus trotzt, als weltweit größtes und derzeit einzig stattfindendes Festival seiner Art.

Während von den Wiener Festwochen über Bayreuth, Avignon bis hin zur Ruhrtriennale alle anderen frühzeitig absagten, haben sich die Salzburger Festspiele vom pandemischen Spielverderber nicht klein, nur etwas kleiner kriegen lassen. In ihrem Jubiläumsjahr erwehren sie sich als letzte Trutzburg der - nicht nur europäischen - Hochkultur. Und jetzt schauen alle auf diese Stadt: ob das Corona-Programm gelingt oder neues Ansteckungsunheil bringt.

Es sind abgespeckte Festspiele unter strengen Auflagen. Dass es keine Pausen und keine Bewirtung gibt, auch keine Champagner-Buffets vor und nach der Oper, ist für das festspielpartyselige Salzburg natürlich hart. Wo hier Kunst ohne Kulinarik doch gar nicht denkbar schien. Stattdessen nun: personalisierte Tickets mit Ausweiskontrolle, "aktive Publikumsleitung" zwecks Einhaltung der Ein-Meter-Abstandsregel ("eine Babyelefantenlänge" lautet in Österreich die in einem Regierungsvideo vorgegebene Distanzmaßeinheit); in den Foyers jede Menge Desinfektionsspender und Personal mit Gesichtsplastikschutz. Da bleibt wenig Spielraum für Glamour - und ein Teil der Prominenz von vornherein aus.

Die anderen erkennt man vermummt gar nicht sofort. Enttäuschung also erst mal beim Auftakt vor dem Festspielhaus. Keine internationalen Stars. Auch keine prächtigen Abendroben. Als würde sich das in Zeiten der Seuche nicht schicken. Oder vielleicht auch nicht lohnen. Wer wenigstens Haute Couture in Sachen Mund-Nasen-Schutz erwartet hatte, feine Glitzer- und Paillettenstoffe oder originelle Kreativmotive im Gesicht, staunte über den Siegeszug der stinknormalen Einwegmaske. Das war nun wirklich nicht zu erwarten. Salzburg, das war doch immer Luxus, Glanz - und mindestens Gloria von Thurn und Taxis. Und jetzt: die neue coronale Bescheidenheit.

Salzburger Festspiele 2020

Doppelter Virenschutz: Schauspielerin Sunnyi Melles mit Maske und Gesichtsvisier in Begleitung des Galeristen Thaddaeus Ropac.

(Foto: dpa/ Franz Neumayr)

Die Schauspielerin Sunnyi Melles, durch Heirat eine leibhaftige Prinzessin, gab das modische Downsizing bei höchster Virus-Awareness quasi leitbildhaft vor. Zur "Elektra" von Richard Strauss, der Eröffnungspremiere in der Felsenreitschule, erschien sie an der Seite des Galeristen Thaddaeus Ropac in einem pinkfarbenen Trachtenkleid ohne jeden Zierrat. Im Gesicht trug sie dafür gleich doppelten Corona-Schutz: weiße FFP-Maske plus Plastikvisier. Damit auch ja nichts ins Auge geht und das "wunderbare Experiment dieser Festspiele" (Melles) gelingt. Na, dann mal los: volles Risiko Kunst!

Innen sitzt man verteilt im Schachbrettmuster, was nicht auf Anhieb ersichtlich ist, weil Paare auch beieinandersitzen. Maximal 1000 Leute in den Großspielstätten. Die Plätze direkt vor, neben und hinter einem bleiben frei, sind hochgegurtet oder verklebt. Anders als im strengeren Deutschland wird keine Reihe ausgespart. Wer das Foto vom neuerdings schwer lückenhaften Zuschauerraum des Berliner Ensembles gesehen hat, wo ganze Sitzreihen und Nachbarplätze abmontiert wurden, kann sich im vergleichsweise engen Salzburger Schachbrettparkett schon mal mulmig fühlen. Aber auch nur, bis er wieder draußen im Getümmel auf der Straße ist und sieht, dass da ja überhaupt keine Regeln gelten.

Keiner wagt es zu husten, das wäre verdächtig

Im Theater jedoch besteht Mundschutzpflicht, bis die Vorstellung beginnt. Und am besten sollte man ihn auch währenddessen anbehalten, wie die Durchsage mit der freundlichen Stimme von Caroline Peters, der neuen Buhlschaft im "Jedermann", den Zuschauern ans Herz legt. Gefolgt von einer weiteren Ansage auf Englisch, die der "Jedermann"-Darsteller Tobias Moretti - ein Tiroler - so classy spricht, als sei er Mitglied der Royal Shakespeare Company. In Sachen Weltläufigkeit lässt man sich in Salzburg eben nicht lumpen, mag das internationale Publikum diesmal auch fehlen. Es ist ja nicht einmal Bianca Jagger da.

Die Ansagen mussten jetzt neu eingesprochen werden, weil seit Kurzem auch Fächerverbot herrscht. Wer fächelt, heißt es vonseiten der Festspielleitung, könne infektiöse Aerosole, die eigentlich von der Klimaanlage nach oben abgesaugt werden sollen, seitlich verteilen. Wedel-Alarm! Aus ähnlichem Grund muss beim Schlussapplaus die Maske auch sofort wieder aufgesetzt werden.

Bravostürme - mit womöglich erhöhtem Aerosolausstoß - sind zumindest bei "Elektra" und "Così fan tutte" unvermeidlich. Zwei Opernproduktionen der Sonderklasse, tragisch-bewegend die eine, entzückend-beglückend die andere. Musik, die einen auf das Schlimmst- und Bestmögliche des Menschseins wirft. Gespielt mit vollem Orchester- und Sängereinsatz, anstandslos abstandslos. Das Salzburger Präventivkonzept erlaubt auf der Bühne Fülle, Nähe, Küsse sogar. Was für ein Ereignis nach der virusbedingten Kulturdurststrecke! Freude, dass das überhaupt wieder möglich ist. Nimm das, Corona!

Salzburger Festspiele

Die Maske in steter Einsatzbereitschaft unterm Kinn: Festspiel-Intendant Markus Hinterhäuser.

(Foto: Christine Dössel)

Im Übrigen erlebt man in diesem Salzburg-Jahr das mucksmäuschenstillste Publikum ever. Niemand, der sich einen Huster erlaubt, auch jegliches Niesen wird unterdrückt. Selbst im Landestheater, sonst eine Geräusch- und Knisterbude, herrscht konzentrierte Ruhe im Parkett. Wer hätte das gedacht. Corona schafft auch das.

"Es traut sich niemand zu husten, weil er dann sofort ein Covid-Verdächtigter ist", sagt der österreichische Medienmanager Hans Mahr, der für alle Halsreizungsfälle auch selber stets ein "Zuckerl" dabei hat. Mahr, der mit seiner Frau, der Moderatorin Katja Burkard, in Köln lebt - er war mal RTL-Chef -, kommt seit den Siebzigerjahren regelmäßig nach Salzburg: "Mein erster Jedermann war Curd Jürgens, mit der Senta Berger als Buhlschaft."

Von einschlägigen Höhepunkten (Anna Netrebko im "Don Giovanni" 2002) bis zum besten Schnitzel ("beim Döllerer") weiß der 71-jährige Wiener alles Festspielsystemrelevante. Er ist also genau der Richtige, um das spezielle Salzburg-Gefühl zu erkunden. Mahr bringt es auf die Formel: "Es ist ein wunderbares kulturelles Kleinklima, in dem die Besucher, die Künstler und die Einheimischen alle miteinander verschmelzen." Das sei einmalig, "das hast du nicht in Bayreuth, weil's zu klein ist, und nicht in New York, weil's zu groß ist". Als Gast werde man selber zu einem Salzburger auf Zeit: Man wohnt hier, isst hier, trifft alle naselang auf Schauspieler, Musiker, Sänger. Und "die Helga" - er meint die seit 1995 amtierende Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler -, die sorge dafür, "dass auch für die normalen Salzburger ein gewisses Kartenkontingent frei ist, damit auch die sich das leisten können".

Es sind natürlich auch die immer wieder umwerfende Schönheit und Magie Salzburgs, seine barocke Pracht und landschaftlichen Reize, verbunden mit den verlockenden Sommerfrischemöglichkeiten im Umland, die diese Festspiele so attraktiv machen - und überhaupt zu ihrer Gründung führten. Max Reinhardt hatte zunächst auch mit Festspielen in der Schweiz geliebäugelt. Doch am Ende war Salzburg als Ort für sein "großes Welttheater" und die Etablierung eines Mysterienspiels vor dem Dom unschlagbar. Sein Mitstreiter Hugo von Hofmannsthal, Autor des unkaputtbaren "Jedermann", mit dem am 22. August 1920 alles begann, schrieb: "Das mittlere Europa hat keinen schöneren Raum."

Ein Zeichen setzen: dass Theater wieder möglich ist

Im nicht zu großen, nicht zu kleinen, entweder kesselheißen oder schnürlverregneten Festspiel-Salzburg verschärft sich alles wie unter einem Brennglas. Die Wege sind kurz und kreuzen sich an neuralgischen Punkten, wo sich früher oder später alles trifft. Dazu gehört das "Triangel" in unmittelbarer Festspielhausnähe, wo man so schön draußen hocken und alles mitbekommen kann. Hier sitzt vor Igor Levits "Beethoven"-Konzert der Schriftsteller Daniel Kehlmann mit Frau und Sohn und gönnt sich einen Palatschinken. "Ich finde, es ist ein ganz tolles Zeichen, das die Festspiele setzen", sagt Kehlmann. "Nämlich dass Theater unter Sicherheitsvorkehrungen wieder möglich ist." Er möchte das unterstützen.

Unterstützer sind auch der Berliner Anwalt Peter Raue und seine Frau Andrea Gräfin Bernstorff. Sie kommen jedes Jahr, diesmal aber auch "aus Solidarität". Sie sitzen im "Triangel" hinten im Eck und lassen sich spontan auf ein Gespräch ein. Auch das ist Salzburg zur Festspielzeit: ein umstandsloser Kontaktbahnhof.

Salzburger Festspiele

Salzburg-Fans: die Münchner Modedesignerin Susanne Wiebe und der Architekt und Opernliebhaber Stephan Braunfels.

(Foto: Christine Dössel)

"Wahnsinnig mutig und dramaturgisch klug" finden die Raues das Corona-Trotzprogramm, "auch wirklich gut organisiert". Angst? Nein, Angst haben sie keine. Und dass das große Chichi heuer fehlt, das finden sie gerade gut: "Salzburg mal ohne dieses ganze Gesellschaftszeug." Es sei "wurscht", was man anhabe, sagt Bernstorff. Und er, froh, keinen Smoking zu brauchen, zitiert aus Wagners "Meistersingern": "Hier gilt's der Kunst!"

Die Münchner Modedesignerin Susanne Wiebe sieht das naturgemäß anders. Zum vierten Mal in Folge hat die taffe Blonde mit der Kennfarbe Pink zur Festspielzeit einen Pop-up-Store neben dem Hotel Bristol, um Festspielkundinnen mit ihren cool-mondänen Plisseeroben auszustaffieren. Die diesjährige Couture-Nachlässigkeit findet Wiebe ein "No go." Es heiße, in Krisenzeiten würden die Outfits raffinierter. "Leider nicht in Salzburg." Dabei gebe es in Österreich, anders als in Deutschland, durchaus noch "eine Gesellschaft".

Dass die Amerikaner, die Asiaten, die reichen Araber aus Dubai in diesem Jahr ausbleiben, macht sich auch in Wiebes Boutique bemerkbar. Trotzdem sei das Geschäft immer noch besser als im August in München, sagt die 64-Jährige, die in Salzburg schon auch die Gemengelage aus "Kunstverstand, Geschmack, Kulinarik und höchstem Anspruch" zu goutieren weiß. "Das internationale Top-Publikum treibt die Standards an."

Während man so redet, kommt mit einem Rollkoffer der deutsche Architekt Stephan Braunfels in den Laden, ein Freund von Wiebe, soeben mit dem Zug angereist, um seinen "Solidarbeitrag" zu den Festspielen zu leisten. Noch hat er weder eine Unterkunft noch Karten. Braunfels, vor Kurzem 70 geworden, sieht in den Salzburger Festspielen den "Lackmustest für die ganze Wintersaison": "Sollte da jetzt was passieren, wird es keine Opern geben." Also auch nicht die Oper "Die Vögel" seines Großvaters Walter Braunfels, die Ende Oktober in München Premiere haben soll.

Salzburger Festspiele

Schauspieler Christian Friedel gehört zur "Virusgruppe Rot" und muss sich jede Woche auf Covid-19 testen lassen.

(Foto: Christine Dössel)

Braunfels macht sich Sorgen. Aber er freut sich auch. Nicht zuletzt, weil es in Salzburg sein "absolutes Lieblingscafé auf der ganzen Welt" gibt: das Café Bazar mit seiner schönen Terrasse raus zur Salzach und dem "weltbesten Apfelstrudel".

Dort, im Bazar, sitzt anderntags der Theater- und Filmschauspieler Christian Friedel ("Das weiße Band", "Elser"), um bei einem Teller Eierschwammerl das Hygienekonzept zu erläutern, dem die Festspielkünstler unterliegen. Friedel, mit seinen 41 Jahren noch jugendlich-lockig, spielt in dem neuen Stück von Peter Handke mit, "Zdeněk Adamec". Als Schauspieler gehört er zur "roten Gruppe" - es gibt auch noch eine "orange Gruppe", die mehr Abstand hält (Regisseure, Dramaturgen, Mitarbeiter) und "eine gelbe Gruppe" (nicht direkt an den Produktionen Beteiligte).

Friedel zeigt sein Namensschild mit dem roten Punkt und dem roten Umhängeband, das ihn sofort als "Virusgruppe Rot" ausweist, wie er sie nennt. Dazu gehören sämtliche Musiker und Akteure, also alle, die sich sehr nahe kommen und dabei keinen Mundschutz tragen, sich dafür aber regelmäßig auf Corona testen lassen müssen. "Jede Woche bekommen wir diesen Pipsel in die Nase", ächzt Friedel. Außerdem muss er jeden Tag Fieber messen und ein Tagebuch führen, in das er auch Personenkontakte einträgt. Alles etwas lästig, aber Friedel macht das gerne mit: "So kann ich endlich wieder Theater spielen. Ich habe das total vermisst."

Alle schauen nach Salzburg: Ob das Virus noch zuschlägt?

Premierenfeiern gibt es natürlich keine. Nach der Uraufführung von "Zdeněk Adamec" sind sie vor dem Landestheater herumgestanden und haben angestoßen. Auch Peter Handke schaute noch vorbei, nachdem Bundespräsident Alexander Van der Bellen für den Literaturnobelpreisträger ein Abendessen im Hotel Sacher gegeben hatte. So etwas spricht sich schnell in der Stadt herum.

Salzburger Festspiele

In Salzburg pflegt Peter Handke auch die Wein- und Wirtshauskultur, hier zusammen mit seinen Freunden Hans Widrich (Mitte) und Hans Moßhammer.

(Foto: Christine Dössel)

Handke, der mit Salzburg eine lange Geschichte hat, zeigte sich bei den Festspielen so gelöst, freundlich und heiter, als sei er auf Kur. Auch schicker denn je, mit Jackett und Hermès-Hemd. Endlich ging es auch nicht mehr ständig um seine früheren Einlassungen zu Serbien und den Nobelpreis-Trubel, sondern um das neue Stück von ihm. Und über dieses schien er sehr glücklich. Er war anfangs schon zur Leseprobe angereist, dann wieder zur Generalprobe. Zur Unterstützung. "Die haben es ja schwer genug gehabt", sagt er.

Damit meint er neben den Corona-Umständen auch die Tatsache, dass sein Stück, in dem es um einen jungen Selbstmörder geht, ein flirrender Chat aus Stimmen ist, nicht leicht zu inszenieren (was man der Inszenierung leider auch ansieht). "Das war in jeder Hinsicht eine kühne Sache, auch von der Festspielleitung", sagt Handke. "Das wurde viel zu wenig gewürdigt. Dass es überhaupt zustande gekommen ist!" Ob er zufrieden sei mit der Umsetzung? Handke: "Zufrieden ist für mich kein Wort." Er habe dem Ensemble bestärkend gesagt "das wird was", nicht "das ist was".

Handke sitzt im Gasthof "Maria Plain", wunderschön gelegen auf einer Anhöhe östlich von Salzburg, mit Wallfahrtskirche und drei Golgota-Kreuzen. Am Telefon hatte er gesagt: "Kommen Sie." Er schimpft ein bisschen auf die Oper "Elektra" ("total hysterischer Kitsch") und die Kritiken zu seinem Stück, überhaupt sieht er eine "Vernachlässigung des Schauspiels". Ansonsten aber ist er sehr entspannt und hört vor allem seinen Freunden zu, dem alten Hans Widrich, den er noch aus Internatszeiten kennt, und dem Wirt Hans Moßhammer, beide "Ritter vom Heiligen Grab" und so trink- wie bibelfest.

Später fährt Handke noch ins Bristol, wo er seine Frau Sophie Semin zum Essen trifft. Sie spielt in seinem Stück mit. Auch die Tochter ist gerade aus Paris angekommen. Es gibt Backhendl für alle.

So ist Salzburg trotz Corona doch noch die alte, schöne, schillernde Bubble. In einem Straßencafé in der Altstadt, wo auch heuer sich die Touristen drängeln, sitzt der Intendant von dem Ganzen, Markus Hinterhäuser, die Maske in steter Einsatzbereitschaft unterm Kinn. Bis jetzt ist "das Experiment" gut gegangen, es ist ein Testlauf von globalkultureller Bedeutung. Angst hat Hinterhäuser nicht, Sorge schon: "Dass alles umsonst gewesen sein könnte." Er sagt, es sei nicht übertrieben: "Es schaut wirklich die ganze Welt auf uns." Viele seien mit Empathie dabei. Aber er macht sich nichts vor: "Viele warten auch bloß darauf, dass etwas passiert."

© SZ vom 14.08.2020/vs

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