Religion - Hamburg:Offener Brief an OB: Zusammenarbeit mit IZH beenden

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Hamburg (dpa/lno) - In einem offenen Brief an Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) fordern zahlreiche Organisationen und Einzelpersonen das Ende der Zusammenarbeit der Stadt mit dem Islamischen Zentrum Hamburg (IZH). Hintergrund ist das gewaltsame Vorgehen der iranischen Regierung gegen die landesweiten Proteste.

"Wir begrüßen es, dass Politikerinnen und Politiker in Hamburg ihre Unterstützung der iranischen Bevölkerung und ihren Abscheu über das Mullah-Regime äußern", heißt es in dem am Montag vom Mideast Freedom Forum Berlin veröffentlichten Brief. "Dies bleiben jedoch Lippenbekenntnisse, wenn gleichzeitig nicht endlich offen und offiziell gesagt wird, dass das Islamische Zentrum Hamburg nicht länger Vertragspartner der Freien und Hansestadt Hamburg sein kann." Unterschrieben haben auch Hamburger Bundestags- und Bürgerschaftsabgeordnete von CDU, Grünen und FDP.

Das IZH, das die Blaue Moschee an der Alster betreibt, wird vom Verfassungsschutz als Außenposten der iranischen Regierung in Europa eingestuft und seit Jahren beobachtet. Als Mitglied im Rat der Islamischen Gemeinschaften (Schura), ist es Teil des Islam-Staatsvertrags, den die Stadt vor zehn Jahren mit den islamischen Verbänden geschlossen hat und der überprüft werden soll.

"Die Proteste im Iran werfen ein Licht auf die brutale, frauenfeindliche, homophobe und antisemitische Diktatur, die das IZH vertritt", erklären die Unterzeichner des Briefs. Dies "menschenverachtende Ideologie des iranischen Regimes" müsse Konsequenzen für die Innenpolitik haben. "Die Stadt Hamburg darf nicht weiter mit einem Außenposten des Mullah-Regimes zusammenarbeiten", fordern sie. Das "Hamburger Abendblatt" hatte bereits in seiner Montagsausgabe über den Brief berichtet.

© dpa-infocom, dpa:221010-99-75038/2

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