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Pseudowissenschaftliche Angebote:Bundesregierung wertet Therapien als gefährlich

Oder an anderer Stelle: "Ich habe große Lust, dich zum Fenster hinauszuwerfen, dort unten in die Dornenbüsche, und das tue ich jetzt auch! Hier bekommst du eins mit einem Rohr aus Blei über. Da hast du einen Fußtritt, dass du mitten durchbrichst. Jetzt schütte ich dir Benzin über den Kopf, und dann machen wir ein Feuerchen."

Es ist der lächerliche Versuche, der weit verbreiteten These von der austreibbaren "Neigung" oder "Fehlfunktion" ein wissenschaftliches Fundament zu geben. Das Institut warb laut einer kleine Anfrage der Grünen im Bundestag im Jahr 2008 auf seiner Internetseite damit, dass es vor vielen Jahren im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend tätig gewesen sein soll.

Doch nicht nur das "Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft" fühlt sich bemüßigt, antihomosexuelle Seminare und pseudowissenschaftliche Therapieangebote zu offerieren. Auch andere Gruppen religiöser Fundamentalisten sind davon überzeugt, sie könnten auf obskure Art und Weise homosexuelles Verhalten in asexuelles oder heterosexuelles verändern. Darunter "Campus für Christus", "wuestenstrom", "Pastoral Care Ministries Deutschland", "JASON Ex-Gay Ministry", "Weißes Kreuz" oder das "Adventwohlfahrtswerk".

Bundesregierung bezeichnet Therapie als gefährlich

Die deutsche Bundesregierung lehnte diese Therapie 2008 als gefährlich und unwissenschaftlich ab, ein Verbot gibt es jedoch noch nicht. In einer Antwort auf die Anfrage der Grünen fasste sie den Forschungsstand aus ihrer Sicht wie folgt zusammen: "Homosexualität bedarf weder einer Therapie noch ist Homosexualität einer Therapie zugänglich."

Dennoch: Auch unter Psychiatern und Psychologen kommt es nicht selten vor, dass sich in der Praxis mit der Homosexualität befasst wird. Eine Studie der Universität London von 2009 unter britischen Psychiatern und Psychotherapeuten zeigte, dass sich eine signifikante Minderheit mit solchen Therapien befasst. Vier Prozent gaben an, dass sie auf Wunsch des Klienten versuchen würden, dessen sexuelle Orientierung zu verändern. 17 Prozent gaben zu, dass sie mindestens einem Klienten geholfen hätten, seine homosexuellen Gefühle zu reduzieren oder zu verändern.