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Ostern:Eieiei!

(Foto: mauritius images / foodcollectio)

Was macht ein Ei, wenn es den Osterhasen trifft? Es wirf sich in Schale. Sechs Sachen, die Eier sonst noch so draufhaben.

Von Nina Himmer

Lastenträger

Einmal nicht aufgepasst, zack, kaputt. Eier sind nicht gerade für ihre Stabilität bekannt. Dabei halten sie einiges aus: Drei Eier können zum Beispiel einen Menschen mit bis zu 110 Kilogramm tragen. Auf jedem Ei lasten dann fast 37 Kilogramm! Das geht allerdings nur, wenn die Eier sehr gleichmäßig belastet werden und sich der Druck gut verteilt. Woher man das weiß? Studierende der Ruhr-Universität Bochum haben bei dem Wettbewerb "Flying Ei" getestet, was rohe Hühnereier aushalten.

Problemlöser

Ostereier aufstöbern, okay. Viel schwieriger ist es, ein Ei des Kolumbus zu finden. So nennt man es, wenn einem eine einfache Lösung für ein schwieriges Problem einfällt. Der Name kommt von Kolumbus, dem Entdecker Amerikas. Angeblich hat er sich bei einem Festmahl sehr über die Bemerkung eines Gastes geärgert, dass seine Entdeckung ja jedem hätte gelingen können. Er griff deshalb zu einem Ei auf dem Tisch und forderte die ganze Runde auf, es auf die Spitze zu stellen. Keiner schafft es. Da depperte er es so auf den Tisch, dass das Ei auf seiner eingedrückten Spitze stehen blieb. Hätte auch jeder gekonnt - hat aber halt keiner gemacht.

Backtreiber

Eier sind eine Geheimwaffe beim Backen: Sie machen den Teig feucht und geschmeidig und sorgen dafür, dass sich Wasser und Fett gut vermischen. Dafür sorgt ein Stoff namens Lecithin, der im Eigelb steckt. Wenn man Eiweiß schlägt, nisten sich winzige Luftblasen darin ein - dadurch wird der Teig luftig und geht besser auf. Wer keine Eier isst, kann stattdessen auch Apfelmus (80 Gramm statt einem Ei), zerdrückte Bananen (eine halbe statt einem Ei) oder Nussmus (3 Esslöffel statt einem Ei) nehmen.

Brutstätte

Eine halbe Milliarde Eier werden weltweit jährlich für die Herstellung von Impfstoff verwendet. Zum Beispiel gegen Grippe und Gelbfieber. Dafür werden Viren in die Eier gespritzt und in Maschinen bebrütet. Dabei vermehren sie sich milliardenfach. Danach wird das virenhaltige Eiweiß abgesaugt, gereinigt und mit Chemikalien behandelt, um die Viren zu zerstören. Aus ihren Bruchstücken entsteht dann Impfstoff - eine Dosis pro Ei.

Kreiselspiel

Durch ihre Form kann man Eier in Rotation versetzen, also kreiseln lassen. Das Ei richtet sich dann auf und dreht auf der Spitze. Forscher haben herausgefunden, dass es dabei sogar kurz abheben kann. Dafür braucht es allerdings mehr als 30 Umdrehungen pro Sekunde, das schafft man am Küchentisch nicht. Praxistauglicher ist dieses Experiment: Stoppt man ein sich drehendes Ei mit dem Finger, bleibt ein gekochtes Ei liegen. Ein rohes hingegen dreht sich weiter, wenn man den Finger wegnimmt. Das liegt daran, dass das rohe Innere in Bewegung bleibt.

Mogelpackung

Sandwiches vom Bäcker oder der Tankstelle sind neben Käse- oft auch mit Eierscheiben belegt. Und wundersamerweise sind es immer die dicken Scheiben mit viel Dotter aus der Mitte des Eis. Wie ist das möglich? Die Antwort lautet: Stangeneier. So nennt man lange weißen Stangen aus Eiweiß, die einen ebenso langen gelben Dotter umhüllen. Welches Huhn legt denn sowas? Gar keins. Die Dinger werden industriell produziert, damit man davon Scheiben abschneiden kann wie von einer Salami. So fallen keine dotterlosen Randstücke an - und die Kunden sind zufrieden.

© SZ vom 03.04.2021
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