„Und wenn ich ein bisschen Onlyfans mache? Ohne Gesicht natürlich?“ Die Freundin sagt den Satz nur halb im Scherz. Sie ist gerade frisch getrennt, muss bald aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen und weiß nicht, wie sie mit kinderbedingtem Teilzeitjob demnächst 1200 Euro für zwei Zimmer in der Großstadt aufbringen soll. „Ich kann mit den Zehen einen Stift halten und solche Sachen“, überlegt sie weiter. „Vielleicht hat irgendwer einen Fetisch dafür. Es gibt doch heute für alles einen Fetisch.“ Wahrscheinlich sollte man noch erwähnen, dass sie 47 ist, studierte Psychologin und zum Zeitpunkt der Aussage allenfalls ein Glas Wein intus hatte.
OnlyfansIst doch nur Erotik
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Mit Serien wie „Euphoria“ und „Margo’s Got Money Trouble“ ist die Plattform Onlyfans endgültig in der Popkultur angekommen. Ein Abbild unserer Zeit – oder glorifiziertes sexuelles Unternehmertum?
Von Silke Wichert
