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Ökologische Mode:Second Hand ist ökologisch

Gebraucht kaufen

Ich habe, als ich schwanger war, damit angefangen, Dinge aus zweiter Hand zu kaufen. Die wenigsten Frauen haben das Geld (oder die Lust), sich für die kurzen Phasen der Schwangerschaft und Stillzeit neu einzukleiden. Hier wie auch bei Kinderkleidung ist secondhand ganz normal. Babyflohmärkte sind stets gut besucht (hier steht, wo in Ihrer Nähe der nächste stattfindet) und über Apps wie Mamikreisel oder das Second-Hand-Portal Ebay kommt man online an gebrauchte Schwangerschafts-, Baby- und Kinderkleidung.

So kam ich auf den Geschmack. Inzwischen macht mir das Stöbern und Ersteigern so viel Spaß, dass ich den Großteil meiner Kleidung so erstehe. Mein Zalando heißt Ebay - mit Filter nach "Auktion" und "Gebraucht", schließlich gibt es auf der Plattform auch Neuware zu kaufen. Das ist dann allerdings kein bisschen ökologischer, als die Kleidung bei anderen Online-Händlern zu kaufen. Eine andere beliebte Second-Hand-Plattform ist Kleiderkreisel.

Online-Tauschbörsen Im Teufelskreisel
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Online-Kleidertausch

Im Teufelskreisel

Kleidungs-Tauschbörsen im Internet klingen wie der perfekte Weg, um ohne großen Aufwand nachhaltig einzukaufen. Unsere Autorin musste allerdings feststellen: das ist riesiger Selbstbetrug.

Das Angebot an gebrauchten Stücken ist riesig, die Preise sind niedrig, nur ein Rückgaberecht gibt es nicht. Das Risiko, das etwas nicht passt oder gefällt, lässt sich aber minimieren, indem man sich selbst und die Kleidung ausmisst und nach Marken und Schnitten sucht, die man bereits kennt. Zum Beispiel bei der durchgescheuerten Lieblingsjeans, die einfach nur durch ein identisches Teil ersetzen werden soll: Einfach nach Modell und Größe suchen - wetten, dass innerhalb kürzester Zeit jemand die Wunschjeans einstellt?

Noch besser funktioniert Second-Hand-Shoppen nach meiner Erfahrung bei Designerstücken, festlichen oder ungewöhnlichen Teilen. Ein Abendkleid aus petrolfarbener Seide tragen wir auf einer Hochzeit, vielleicht noch auf dem nächsten Fest und dem übernächsten. Doch dann ist es vier Jahre alt und wir wollen ein neues. Das fast ungetragene Kleid kann zur Nächsten wandern.

Ist gebraucht das gleiche wie ökologisch? Natürlich nicht. Gebrauchte Teile sind nicht zwingend aus Bio-Baumwolle, nicht nachhaltig produziert und auch nicht unbedingt fair hergestellt. Gebrauchte Mode ist deswegen gut für die Umwelt, weil es sie bereits gibt. Sie hat ihren ökologischen Fußabdruck, so groß er auch gewesen sein mag, bereits hinterlassen. Kaufe ich ein neues Stück, kurbele ich die Produktion und damit den Verbrauch von Ressourcen an - selbst wenn ich Öko-Mode wähle. Trotzdem, manchmal will ich etwas Neues haben.