Obdachlosigkeit - Düsseldorf:NRW-Winterhilfe: Schlafsäcke und Desinfektion für Obdachlose

Corona
Obdachlose Männer in einer Fußgängerzone. Foto: picture alliance/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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Düsseldorf (dpa/lnw) - Für die Unterstützung der Obdachlosen im Corona-Winter 2020/21 stellt das Land Nordrhein-Westfalen 340 000 Euro zur Verfügung. Damit könnten etwa Schlafsäcke und Rucksäcke beschaffen werden, aber auch Desinfektionsmittel oder haltbare Lebensmittel, sagte NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Samstag. Zuvor hatte die "Rheinische Post" über die Pläne berichtet.

Nach Angaben des Ministeriums soll es auch möglich sein, mit dem Geld alternative Möglichkeiten für eine warme Übernachtung zu finanzieren, zum Beispiel in beheizten größeren Zelten, in denen die Corona-Hygienevorschriften und -Abstandsregeln eingehalten werden können. Mehr als 90 freie Träger der Wohnungslosenhilfe aus allen Teilen des Landes stünden bereit, um das Winter-Hilfspaket in einem zügigen Verfahren zu erhalten und zu verteilen.

"Gerade in der kalten Jahreszeit ist es wichtig, und erst recht unter Corona-Bedingungen, die Menschen, die kein eigenes Dach über dem Kopf haben, verstärkt im Blick zu haben und den Ärmsten der Armen in bewährter Weise unkompliziert zu helfen", sagte Laumann. Das bevölkerungsreichste Bundesland habe seit dem Winter 2018 die Mittel für Kältehilfen mehr als verdreifacht. In Zusammenarbeit mit der Wohnungswirtschaft sei es im Rahmen der Landesinitiative "Endlich ein Zuhause!" in den vergangenen neun Monaten außerdem gelungen, für fast 750 zuvor wohnungslose Menschen eine reguläre Wohnung zu finden. Darüber hinaus sei bei mehr als 700 Menschen ein drohender Wohnungsverlust verhindert worden, betonte Laumann.

"Dass wir fast 1.500 Menschen aus der Wohnungslosigkeit holen oder davor bewahren konnten, ist ein großer Erfolg der Kooperation mit der Wohnungswirtschaft, die wir letztes Jahr verabredet haben", sagte Laumann. Insgesamt wurden nach den Worten des Ministers 484 Wohnungen an vormals wohnungslose Haushalte vermittelt. Darunter waren über 100 Haushalte mit Kindern. Insgesamt hätten so 748 Personen ein neues Zuhause gefunden. Zudem sei in 340 Fällen durch frühzeitige Beratung ein drohender Wohnungsverlust verhindert worden, wodurch mehr als 700 Menschen in ihren Wohnungen verbleiben konnten.

An der Landesinitiative gegen Wohnungslosigkeit beteiligen sich die Unternehmen LEG, Vivawest und Vonovia sowie der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen. Das Land hat die Mittel zur Bekämpfung der Wohnungslosigkeit nach eigenen Angaben von einer Million Euro im Jahr 2017 auf 7,1 Millionen Euro im Jahr 2020 angehoben.

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