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Nervennahrung:In der Schoko-Falle

Nougat beruhigt die Nerven, ein Glas Wein dient der Entspannung. Doch der Genuss bleibt von kurzer Wirkung. Was wirklich gegen Stress hilft - und schmeckt.

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Nougat beruhigt die Nerven, ein Glas Wein dient der Entspannung. Doch der Genuss bleibt von kurzer Wirkung. Was wirklich gegen Stress hilft - und schmeckt.

Volles Korn

Wenn morgens die Nerven flattern, ist dringend Zeit für ein Frühstück. Statt Toasts zu schmieren, sollte man besser zu vollem Korn greifen. Müsli mit getrocknetem und frischem Obst oder Roggenbrot wirken nachhaltig auf das Wohlbefinden. Denn die Kohlenhydrate wandeln sich angenehm langsam in Zucker um und versorgen so Körper und Geist mit Energie, die gerade in Stresssituationen nötig ist.

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Die Nerven-Vitamine

Mit zweiter Wahl hat dieses "B" nichts zu tun. Im Gegenteil: Die Gruppe der B-Vitamine wird auch als "Nerven-Vitamin" bezeichnet. Gleich das erste, das Vitamin B1, liefert uns zum Beispiel über Haferflocken wichtige Energie, um anstrengende Situationen stressfrei zu bewältigen.

Denn ohne ausreichend Thiamin (Vitamin B1) wird der Kohlenhydratstoffwechsel gestört, leichte Reizbarkeit bis hin zu Niedergeschlagenheit sind die Folge.

Das Vitamin B2 wirkt wiederum hemmend auf Stresshormone - ein Joghurt zwischendurch, ein Ei zum Frühstück oder Sonnenblumenkerne im Salat helfen dabei, die Ruhe zu bewahren.

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Der Rettungsanker Vitamin A

Stress versetzt unseren Körper in einen Ausnahmezustand, er ist bereit für Kampf oder Flucht. Neben viel Energie benötigt er zudem das Vitamin A. Es hilft dem Körper, sich gegen freie Radikale zu wehren, die Zellschädigungen hervorrufen.

Das Vitamin ist auch als Betacarotin bekannt. Möhren knabbern hat also einen doppelt beruhigenden Effekt: Die Hand zum Mund führen, das Kauen und sich - quasi von selbst - gegen radikale Angriffe zur Wehr setzen.

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Sekundär, aber wichtig

Kiwis, Cranberrys und Beeren jeder Couleur sorgen für viel Vitamin C, das ebenso wie sekundäre Pflanzenstoffe wichtig für ein funktionierendes Nervensystem ist. Pflanzenöle, Hülsenfrüchte, Samen sowie Paprika und Grünkohl sind wichtige Lieferanten. Auf diese Weise sorgt man zugleich für ausreichend Vitamin E, es schützt Herz, Muskeln und Nerven.

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Trinken nicht vergessen!

Hitze, Kälte, Wind - auch Umwelteinflüsse stressen den Körper. Man sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitzufuhr achten, damit der Organismus nicht zusätzlich belastet wird. Im Sommer regt sich das Durstgefühl von allein, bei Kälte vergisst man das Trinken.

Dennoch gilt auch im Winter: Täglich anderthalb bis zwei Liter zu trinken! Wenn es einen nicht gerade nach kaltem Wasser dürstet, dann am besten zu Kräuter- oder Früchtetees greifen.

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Magnesium

Magnesiummangel äußert sich unter anderem in Muskelkrämpfen. Der unentbehrliche Mineralstoff reguliert die Erregungsvorgänge in den Muskeln. Das Gleiche gilt für die Nerven, auch sie benötigen für eine reibungslose Funktion Magnesium. Das ist einfach zu haben: Über Mineralwasser, Nüsse, Beeren aller Art, Bananen, Fisch und Geflügel kann man sich je nach Gusto damit versorgen.

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Kalzium

Klar, dass das Kalzium auch für unser Nervenkostüm eine Rolle spielt. Schließlich ist dieser Mineralstoff einer der wichtigsten in unserem Körper. Käse, Milch und Mineralwasser sind nicht nur wichtig für gesunde Knochen und Zähne, sondern schützen auch davor, dünnhäutig zu werden.

Aber nicht nur Tierisches liefert uns ausreichend Mineralisches. Samen wie Mohn und Sesam, Mandel, Haselnüsse und vor allem Kräuter - Petersilie und Basilikum - gehören zur effektiven Nervennahrung.

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Das Gute-Laune-Hormon

Serotonin ist ein Hormon, das entscheidend zu unserer Stimmung beiträgt. Um seine Ausschüttung zu regulieren, bedarf es eines wichtigen Bausteins: der Aminosäure Tryptophan. Und wo, bitteschön, bekommen wir die her? Eiweißreiche Lebensmittel - Quark, Käse, Geflügel, Fisch und Hülsenfrüchte - heben die Laune ungemein.

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Kalium

Einen direkten Draht zu Herz und Nerven hat das Kalium. Der Mineralstoff ist neben Kalzium und Magnesium ein wichtiger Baustein unserer Ernährung.

Popeye hat nie die Nerven verloren, er hat sich schließlich regelmäßig Spinat einverleibt. Doch nicht jeder ist Freund des grünen Gemüses. Deshalb: Bohnen, Pfifferlinge, Kartoffeln oder Hartkäse wie Edamer helfen ebenfalls, den Mindestbedarf von zwei Gramm pro Tag zu decken und sich und seinen Nerven einen Gefallen zu tun.

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Trügerisch lecker

Ach, wenn es doch so einfach wäre. In Stresssituationen verspricht der Griff zur Schokolade unmittelbares Seelenheil. Der Gedanke an Zahnarzt oder Waage zählen da nichts mehr. Insbesondere, wenn Studien verkünden, sogenannte Flavanole in der Schokolade würden das Glückshormon Serotonin stimulieren und deshalb gut für die Nerven sein. Doch leider müsste man tatsächlich tonnenweise des Süßen essen, um diesen Effekt zu erzielen.

Aber sei's drum: Wenn allein der Griff zu Schokolade die Laune hebt - warum nicht? Wenn sich dann doch das schlechte Gewissen regt: Dann goutiert man sie eben in Maßen und am besten eine dunkle, hochwertige Sorte. Die macht dank ihres hohen Kakaogehalts auch schneller "glücklich".

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Verlockend entspannend

Gestresste Menschen verfallen schnell in zusätzlich gesundheitsbelastende Verhaltensweisen. Der Körper ist ohnehin in Alarmbereitschaft, da sollte man ihn nicht noch mit Zigaretten stressen. Auch Wein oder Bier versprechen genussvolle Entspannung. Doch leider stressen wir unseren Körper und damit auf lange Sicht unsere Nerven nur noch mehr.

Ein wenig verhält es sich hier wie mit der Schokolade: Bewusst und ohne Stress genossen, ist gegen ein Glas in Gesellschaft nichts einzuwenden.

Fotos: iStockphotos

(sueddeutsche.de/Text: Mirja Kuckuk/jüsc)

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