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Historie:Geschichte eines unbeugsamen Christen

Seligsprechung Franz Jaegerstaetter

Seine Geschichte ist es wert, erzählt zu werden: Franz Jägerstätter mit seinem Motorrad vor seinem Hof in St. Radegund in Oberösterreich. Vorne links seine Ziehschwester Aloisia, Mutter Rosalia und Adoptivvater Heinrich Jägerstätter.

(Foto: ddp images/dapd)

Franz Jägerstätter ging lieber in den Tod, als für das NS-Regime an der Front zu kämpfen. Die katholische Kirche spielte dabei eine unrühmliche Rolle.

Die Urteilsbegründung ist nicht lang, aber das Gericht gab sich redlich Mühe, den Delinquenten strafmündig zu machen. Der Angeklagte sei deutscher Staatsbürger, römisch-katholisch und "wegen Raufhandels mit drei Tagen Arrest vorbestraft". Außerdem sei er kein Parteimitglied. Das waren 1943, nach der Niederlage von Stalingrad, zusammengenommen genug Gründe, um ihn umzubringen: Kirchenmitglied, aber der Partei ferngeblieben, bereits vorbestraft, nur unter Zwang eingedeutscht; geständig war er praktischerweise auch. "Er erklärte, daß er gegen sein religiöses Gewissen handeln würde, wenn er für den nationalsozialistischen Staat kämpfen würde."

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