MinisprachkursBlablabla

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„Tulaliloo ti amo" heißt „Ich liebe dich“ – für alles andere gibt es „Bananaaaaa“. Die Minions im neuen Film „Minions & Monster“.
„Tulaliloo ti amo" heißt „Ich liebe dich“ – für alles andere gibt es „Bananaaaaa“. Die Minions im neuen Film „Minions & Monster“. Illumination/Universal Pictures via AP

Minions versteht man auf der ganzen Welt, aber überall nur ein bisschen. Höchste Zeit, Minionesisch zu lernen – ein Crashkurs.

Von Josef Grübl

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Niemand versteht sie, aber alle hören hin: Im neuen Minionfilm „Minions & Monster“ unterhalten sich die kleinen gelben Chaoten so lange wie nie zuvor. Am Filmanfang bleiben sie 15 Minuten lang unter sich. Danach erobern sie die Welt des Stummfilms. Was ganz gut passt: Denn auch dort versteht niemand etwas, aber alle sehen hin. Die Minions machen einfach so weiter wie immer. Sie sagen: „Bello!“ „Poopaye!“ „Tank yu!“ „Tulaliloo ti amo!“ Oder: „Banana!“ Übersetzt heißt das: Hallo. Auf Wiedersehen. Danke. Ich liebe dich. Und natürlich: Banane.

Minionesisch heißt ihre Sprache. Sie kommt uns allen irgendwie bekannt vor, nicht nur wegen der Bananen. Wenn die Minions den Mund aufmachen, versteht man trotzdem wenig. Woran liegt das? Minionesisch ist nicht neu, sondern ein Gemisch aus vielen Sprachen. Man hört italienische, spanische, französische, japanische oder auch deutsche Begriffe. Ein richtiges Kauderwelsch also. Hinzu kommen Namen von Lebensmitteln: „Bapple“, „Gelato“ oder „Poulet tikka masala“. Apfel, Eis oder Indisches Curry mit Hähnchen also. Musikalisch sind die bananengelben Figuren übrigens auch: Aus vollem Hals und mit sehr schiefen Stimmen singen sie den „Banana Song“ (im Original: „Barbara Ann“). Oder auch Hits von den Village People und Rolling Stones. Natürlich auf Minionesisch.

Erfinder der Minions ist der Franzose Pierre Coffin. Ihren ersten Auftritt hatten sie vor 16 Jahren im Animationsfilm „Ich – Einfach unverbesserlich“. Darin geht es um einen Bösewicht namens Gru, der eigentlich ganz lieb ist und trotzdem böser sein möchte als alle anderen Bösewichte. Davon gibt es ja leider sehr viele auf dieser Welt. Um noch böser zu sein, brauchte Gru die Unterstützung von kleinen gelben Helfern: den Minions.

Doch die Minions sind nicht böse. Sie sind nur chaotisch – und sehr, sehr lustig. Am Anfang waren sie Nebenfiguren, die das Publikum mit Späßen und Streichen zum Lachen bringen sollten. Ihre Auftritte wurden immer größer, bis heute wurden insgesamt sieben Kinofilme mit ihnen gemacht. Inzwischen gibt es sie auch als Spielzeug oder auf T-Shirts, Mützen oder Schuhen. Man kann in ihnen schlafen (Bettwäsche), mit ihnen verreisen (Koffer) oder sie einfach aufessen (Torten).

Haben die Minions ein Erfolgsgeheimnis? Ja, man versteht sie überall – ein bisschen. Oder in ihren Worten gesagt: „Bu ta na m aka!“ Genau: Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter! Das Minionesisch in den Filmen wird nicht synchronisiert, es ist überall auf der Welt gleich. Die kleinen Chaoten machen sich eben auch so verständlich. Man hört an ihrem Tonfall und ihrer Gestik, wie sie drauf sind. Ob sie fragen, antworten oder etwas nicht kapieren. Ob sie beleidigt sind oder wieder einmal etwas ausgeheckt haben.

Blablabla: So fängt es immer an, erzählte der Minions-Erfinder Pierre Coffin vor Kurzem. Bis heute ist er die Stimme der Minions. Egal, ob man Kevin, Stuart, Bob oder die Neuzugänge Henry und James hört: Pierre Coffin spricht alle Minions. Ganz am Anfang nimmt er nur Blabla-Laute auf: Damit prüft er die Tonhöhe und die Anzahl der benötigten Wörter. Danach ersetzt er das Blablabla durch Minionesisch.

Anders als bei Filmen wie „Avatar“ oder „Star Trek“ ist es keine von Wissenschaftlern erfundene Sprache: Pierre Coffin folgt einfach seinem Bauchgefühl. Wie die Minions etwas sagen, ist wichtiger, als was sie sagen. Ihre Sprache gleicht einer Melodie. Einer sehr hohen Melodie übrigens: Um die schrille Klangfarbe zu erzeugen, wird Coffins Stimme im Tonstudio um sechs Halbtöne nach oben gesteuert. Fertig ist die Sprache der Minions. Oder wie die ungeduldigen Figuren selbst sagen würden: „Pweda na?“ Also: Fangen wir an?

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