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Michelle Hunziker: Sektenvergangenheit:"Ich war leichte Beute"

Mit Anfang zwanzig steckt Michelle Hunziker in einer persönlichen Krise - und gerät in die Fänge einer Sekte. Nun hat die Schweizer Moderatorin einer befreundeten Journalistin gestanden, welchem Psychoterror sie dort ausgesetzt war.

Ihr strahlendes Lächeln ist Michelle Hunzikers Markenzeichen. Das verliert die schöne Schweizerin selbst dann nicht, wenn neben ihr auf der Wetten, dass..?-Couch Ex-Mann Eros Ramazzotti Platz nimmt - mit dem sie sich nach der Trennung 2002 einen bisweilen erbitterten Rosenkrieg geliefert hat. Doch es gibt ein Kapitel im Leben der Moderatorin, das von Angst und Abhängigkeit geprägt ist: Mit einer befreundeten italienischen Journalistin hat die 34-Jährige nun erstmals über ihre Zeit in der Sekte "Krieger des Lichts" gesprochen.

In dem Gespräch erzählt Hunziker, wie sie in die Fänge der obskuren Glaubensgemeinschaft geriet: "Ich war 23, hatte gerade meinen Vater verloren. Man fühlt sich allein, ist sehr schwach, diese Leute tauchen im Moment der größten Verletzlichkeit auf", zitiert die Bild-Zeitung in ihrer Onlineausgabe aus dem Interview. In ihrer damaligen emotional labilen Situation sei sie für die Sekte "leichte Beute gewesen". "Sie sind psychologisch sehr gut geschult. Es fällt ihnen leicht, dir einzureden, dass sie es gut mit dir meinen", beschreibt Hunziker die Methoden der Sekte.

"Davon wieder loszukommen, ist sehr sehr schwierig"

Die Glaubenssätze der "Krieger des Lichts" orientieren sich am gleichnamigen Buch des bekannten brasilianischen Schriftstellers Paulo Coelho (Der Alchimist). Hunziker gehörte der spirituellen Vereinigung nach eigenen Angaben sechs Jahre an, von 2000 bis 2006.

Der Ausstieg fiel der Wetten, dass..?-Ko-Moderatorin nach eigener Aussage nicht leicht: "Wer in eine solche Situation gerät, dem geht es wie einem Drogenabhängigen, davon wieder loszukommen, ist sehr sehr schwierig", zitiert die Bild-Zeitung aus dem Interview.

Der Einfluss der Glaubensgemeinschaft reichte demnach sogar bis in das Liebesleben der blonden TV-Moderatorin. Das Boulevardblatt schreibt, Hunziker sei erst mit dem Sohn von Sektenchefin Giulia Berghella, Marco Sconsienza, liiert gewesen - und habe später eine Affäre mit deren Ex-Mann gehabt. Die "Krieger des Lichts" hätten zudem die Entfremdung von Michelle und ihrer Mutter vorangetrieben.

Den Absprung schaffte die Moderatorin schließlich aus Liebe zu Tochter Aurora (aus der Ehe mit Eros Ramazzotti) - und dank ihres verstorbenen Vaters. Der sei ihr im Traum erschienen und habe gesagt, es sei Zeit "aufzuwachen".

© sueddeutsche.de/jobr/bre

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