Massenhafter Zustrom Engpass könnte bei Sprachkursen noch bevorstehen

Die Sprache lehren.

(Foto: Illustration Christine Rösch)

Sprache:

Wer langfristig bleibt, soll möglichst schnell die deutsche Sprache lernen und mit dem Land vertraut werden. Neben privaten Initiativen dienen hierzu vor allem die Integrationskurse des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf). Seit 2005 bietet das Amt jedem anerkannten Flüchtling einen solchen Kurs. Organisiert wird er von Volkshochschulen, privaten Sprachschulen oder kirchlichen Trägern und beinhaltet in der Regel 600 Schulstunden Deutschunterricht und 60 Stunden, in denen Kenntnisse zu Staat und Gesellschaft vermittelt werden. Ziel ist ein Sprachniveau, mit dem sich der deutsche Alltag bewältigen lässt.

Mehr Flüchtlinge bedeuten mehr Schüler in den Kursen: Nahmen 2014 noch 142 000 Menschen teil, rechnet das Bamf in diesem Jahr mit 180 000 Neuteilnehmern, 2016 sogar mit deutlich mehr als 200 000. Darunter befinden sich auch Spätaussiedler, integrationsbedürftige Deutsche sowie EU-Ausländer, den Großteil machen jedoch Geflohene aus. Die Träger reagieren auf deren Zuwachs mit mehr Kursen, wofür sie wiederum mehr Lehrkräfte benötigen. Das Bamf hat deshalb vor Kurzem die Hürden für deren Zulassung gesenkt. Seitdem dürfen etwa auch Deutschlehrer aus Schulen die Kurse leiten, ohne vorher eine aufwendige Zusatzausbildung absolvieren zu müssen.

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Die hohen Teilnehmerzahlen machen sich auch in den Kosten der Kurse bemerkbar: Gab das Bamf 2014 noch 244 Millionen Euro dafür aus, sind für 2015 bisher 269 Millionen Euro vorgesehen. 2016 werden die Kosten weiter deutlich steigen. Gleichzeitig betont man beim Bundesamt aber, dass kein Mangel an Kursplätzen bestehe. In der Regel komme ein Integrationskurs innerhalb von drei Monaten nach Anmeldung zustande.

Ein Engpass könnte aber noch bevorstehen. Zu den Kursen werden bisher nämlich nur anerkannte Flüchtlinge zugelassen. Um eine schnellere Integration zu ermöglichen, haben sich Bund und Länder jedoch im Juni darauf verständigt, die Kurse künftig auch für Asylsuchende und Geduldete mit guter Bleibeperspektive zu öffnen. Sie sollen bereits vor Ende ihres Asylverfahrens einen Sprachkurs besuchen dürfen.

Text: Denis Schnur