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Luft und Liebe:Die Weihnachtsfeier-Falle

Wer hofft, einen Abend mit Nikolausmützen tragenden Kollegen ohne Rufschädigung zu überstehen, glaubt noch an den Weihnachtsmann. Deshalb: Lieber gleich die Sau rauslassen!

Nicht mehr lange, dann ist Weihnachten, das Fest der Liebe. Doch bis es soweit ist, steht uns noch eine ganz andere Sorte von Liebesfest bevor: Der Dezember ist auch die Zeit der Weihnachtsfeiern. Es gibt immer wieder Kollegen, die an den Weihnachtsmann glauben und der Meinung sind, an so einem Abend müssten sich auch wirklich alle lieb haben.

betrunkener nikolaus

Sich tot stellen ist auch eine Möglichkeit ...

(Foto: Foto: iStockphoto)

Verschiedene Studien belegen, dass diese Art von Betriebsfeier eine konkrete Bedrohung für jede Beziehung darstellt: Immerhin jeder Zehnte lässt sich zu einem Seitensprung hinreißen, beinahe die Hälfte der Kollegen hofft darauf, dass sich wenigstens die Gelegenheit dazu ergibt.

Mit anderen Worten: Kommen zwei Ehepartner von ihren jeweiligen Weihnachtsfeiern nach Hause, wäre einer von beiden - wenn es nach ihm gegangen wäre - eigentlich gar nicht da. Zugegeben: kein gutes Gefühl.

So gesehen kein Wunder, dass sich alle Jahre wieder unter dem heimischen Weihnachtsbaum eine gewisse Spannung breitmacht. Nächtliche Abwesenheit, Glühweinfahne und ein Nacktfoto von Kollegen als Wichtelgeschenk können sich in einer durchschnittlichen Ehe - O du fröhliche hin, O du selige her - schon mal auf die Stimmung schlagen.

Weihnachtsfeiern schaden dem Image

Solchen Erkenntnissen haben wir es aber auch zu verdanken, dass die Weihnachtsfeier einen beträchtlichen Imageschaden erlitten hat. Umschreibungen wie "gemütliches Beisammensein bei Punsch und Plätzchen" werden immer öfter mit Kontaktbörse und Swingerclub in Verbindung gebracht, "Süßer die Glocken nie klingen" und "Krabbelsack" bekommen eine völlig andere Bedeutung.

(Dass die - inzwischen ehemalige - Auszubildende sich dazu hinreißen ließ, ihre überaus attraktiven sekundären Geschlechtsmerkmale auf dem Kopierer zu verewigen und an die Bürowände zu kleben, macht das Ganze auch nicht besser.)

Kurz gesagt: Wenn man Geschädigten Glauben schenkt, beteiligen sich nur beziehungsunfähige Egoisten, denen der Haussegen schnuppe ist, an solchen Adventsgelagen.

Doch selbst wenn keiner an seiner Kollegin, sondern jeder brav an seinem Lebkuchen knabbert: So ethisch korrekt kann eine Weihnachtsfeier gar nicht ablaufen, dass es anschließend nicht trotzdem für eine kleine Szene reicht. Jeder sechste Heimkehrer kann sich zu Hause auf Ärger gefasst machen - auch wenn er unschuldig ist wie ein Lamm in Minzsoße.

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