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Leben mit einer Essstörung:Am eigenen Leib

Bulimie und Geschlechterrollen

Bulimie und Geschlechterrollen: Warum unser Frauenbild eine Mitschuld an Bulimie-Erkrankungen trägt

(Foto: Matthieu Lavanchy)

Unsere Autorin beschäftigt sich als Geschlechterforscherin mit dem weiblichen Körper und der Frage, wie er von der Gesellschaft geformt und gesehen wird. Theoretisch. Praktisch litt sie jahrelang selbst an Bulimie.

Von Franziska Schutzbach

Es gibt diese wunderbare Szene im Film Little Miss Sunshine: Die siebenjährige, leicht pummelige Olive will zum Girls-Schönheitswettbewerb fahren. Die Familie sitzt im Restaurant und frühstückt. Olive bestellt sich Waffeln mit Eiscreme. Der Vater redet auf das Mädchen ein und will es davon abbringen. Für den Wettbewerb will es doch sicher schlank sein! Daraufhin interveniert die Mutter auf eine so kluge und liebevolle Art, dass man weinen möchte, weist ihren Mann zurecht und erklärt Olive, dass es wirklich völlig egal sei, ob man dick oder dünn ist. Am Ende isst Olive ihr Eis. Es gibt vermutlich kaum eine Frau, die sich in diesem Moment nicht wünscht, so eine Mutter zu haben. Oder die sich wünscht, in einer Gesellschaft zu leben, in der Mädchen und Frauen, so wie sie sind, okay sind.

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