Familien-NewsletterPupsgeruch in der Pogo-Zone

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Nach der Windelphase ist das Thema Kinder und Körpergeruch noch lange nicht vorbei.
Nach der Windelphase ist das Thema Kinder und Körpergeruch noch lange nicht vorbei. imago classic/IMAGO/imagebroker

Unser Autor meidet daheim bestimmte Orte, weil dort die Sportsackerl seiner Söhne muffeln oder alte Trikots ausdampfen. Kürzlich erfuhr er von einer neuen Dimension frühpubertärer Duftnoten.

Ein Familien-Newsletter von Moritz Baumstieger

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Dieser Text stammt aus dem Familien-Newsletter der „Süddeutschen Zeitung“, der jeden Freitagabend verschickt wird. Hier können Sie ihn abonnieren.

Liebe Leserin, lieber Leser,

bei uns zu Hause gibt es zwei Orte, vor denen ich mich fürchte: Der eine ist rund um die zwei Obstkisten, die ich im Flur an die Wand geschraubt habe. In ihnen sollen die Kinder ihre Schulranzen und Sportsackerl parken. Während die Schulranzen olfaktorisch unverdächtig sind, wenn nicht Pausenbrote ein verlängertes Wochenende darin verbringen, sind die Sportsackerl leider so atmungsaktiv, dass sich die Fußballschuhe in ihnen bemerkbar machen. Allzu aktive Atmung empfiehlt sich jedenfalls nicht in der Nähe.

Der zweite Ort: die sogenannte Trikot-Schublade, in der die bei Straßenhändlern in südlichen Ländern erworbene Fußballkleidung wohnt. Wenn Kinder in Kroatien als Luka Modrić oder in Ägypten als Mohamed Salah rumlaufen, wird an Eisdielen hier und da eine Extrakugel auf die Waffel gedrückt. Über die Jahre sammelt sich aber ein immer größer werdendes Knäuel verschlungener Plastikhemden an, bei dem schon das Odeur vermuten lässt, dass es ein Eigenleben führt. Kinder und Körpergerüche – ein Thema, das auch nach der Windelphase bleibt. Und mit voller Macht zurückkehrt, wenn man das erste Mal darüber nachdenkt, ob der Große nicht vielleicht wirklich schon ein Deo... (SZ Plus)

Dass wir mit dem Problem nicht alleine sind, wurde mir schlagartig bewusst, als ich mit den Kindern ein Konzert der Fußballsong-Ohrwurmkombo „Dennis und Jesko“ besuchte (SZ Plus). In der Halle, wegen der ziemlich guten Lüftung: trotz Hunderter Kinder in Trikots gute Luft. Draußen dann, beim Jackenanziehen im Vorraum, zeigten Kinderschweiß und Polyester, was sie zusammen anrichten können.

Die Konzerte der Hamburger Rapper „Deine Freunde“ nun sind noch um einiges, einiges größer, im Jahr 14 ihres Bestehens bespielt die Band die größten Hallen Deutschlands. Die Trikotdichte ist hier deutlich geringer, denn um Fußball geht es bei der „coolsten Kinderband der Welt“ eher selten. Sondern auf liebevoll-ironische Art um die Unzulänglichkeiten der eigenen Eltern, die heiß geliebten Rivalen namens Geschwister oder einfach lustigen Quatsch. In einem teils nachdenklichen, aber teils auch recht vergnüglichen Interview haben meine Kollegin Sara Peschke und ich mit der Band gesprochen, die mittlerweile ihr achtes Album herausbringt (SZ Plus). Über Bedürfnisorientierung und die neue Harmonie zwischen den Generationen, über das Höher-schneller-weiter selbst in der Kinderunterhaltung. Und, ja, über Pupse. Nach denen rieche es nämlich in der Pogo-Zone für Kinder, sagt die Band – und ich habe nun einen weiteren Ort, vor dem ich mich fürchte. Vor welchen Gerüchen im Familienkontext haben Sie so Angst?

Ein schönes Wochenende wünscht

Moritz Baumstieger

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