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Konsumverhalten von Kindern:Regeln für die Eltern

Fragt man Christine Feil vom Deutschen Jugendinstitut (DJI), gibt es vor allem für die Eltern ein paar Regeln, die sie beachten sollten. "Taschengeld zahlt man nicht. Taschengeld händigt man aus", sagte sie. Es handele sich schließlich um eine Anerkennung und nicht um einen Verdienst. Eine Gegenleistung dürften die Eltern dafür nicht erwarten. "Taschengeld sollte den Kindern zur freien Verfügung stehen", empfiehlt Feil. "Im Idealfall können sie damit machen, was sie wollen - ohne Kontrolle der Eltern."

Kinderschutzbund - Kampf gegen Kinderarmut

Taschengeld sollte nach Expertenmeinung den Kindern zur freien Verfügung stehen - und nicht als Belohung für gute Noten dienen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Auch dürfen Erwachsene Feil zufolge das Taschengeld nicht einfach kürzen, egal wie sauer sie auf die Tochter oder den Sohn sind. "Man sollte aber auch kein Geld nachschießen, wenn das Taschengeld etwa nach der Hälfte des Monats ausgegangen ist", rät die wissenschaftliche Mitarbeiterin am DJI.

Selbstverständlichkeiten müssen nicht belohnt werden

Die Eltern sollten demnach auch darauf verzichten, das Taschengeld zu erhöhen, wenn das Kind alltägliche Dinge erledigt, wie zum Beispiel Zimmer aufzuräumen oder ein Buch zu lesen. "Man sollte keine Prämien für selbstverständliche Dinge ausloben", sagte Feil. "Selbstverständlichkeiten müssen nicht belohnt werden. Das ist aus pädagogischer Sicht nicht hinnehmbar." Auch für ein gutes Zeugnis müssten die Eltern sich eigentlich nicht erkenntlich zeigen. "Ich halte es auch für fraglich, Geld für gute Noten zu zahlen. Unter Umständen hat sich ein Kind für ein ,Ausreichend' mehr anstrengen müssen als ein anderes Kind für ein ,Gut'." Wenn nur nach den Noten belohnt werde, falle dieser Aspekt völlig flach.

Auch hier scheinen viele Eltern anders zu denken. Laut KVA sagten etwa 40 Prozent der befragten Kinder und Eltern, dass es Geldgeschenke für gute Noten in der Schule gebe. Etwa 23 Prozent sagten, die Eltern steckten ihnen schon mal was zu, wenn sie die Spülmaschine ausräumten oder den Rasen mähten.

Besonders die Feiertage scheinen sich zu lohnen. Nach Angaben der Eltern erhalten die Kinder im Durchschnitt 170 Euro an ihrem Geburtstag, an Ostern oder Weihnachten. Für Kinder im Alter von zehn bis 13 Jahren gab es 190 Euro und für die jüngeren immerhin noch 145 Euro. Hier schnitten die Jungs im Schnitt besser ab. Sie erhielten mit 172 Euro etwa fünf Euro mehr als die Mädchen.

© SZ vom 07.08.2013

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