bedeckt München 29°

Corona-Krise:Die Trauergemeinde vom Attersee

Mein verstorbener Freund, hat er sich ausmalen können, was seither mit uns geschehen ist? Eine Kirche am Attersee.

(Foto: imago stock&people)

Ein guter Freund ist gestorben, der Leichenschmaus wird zu einem Fest des Lebens. So war das vor Corona, so geht das jetzt nicht mehr.

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche von Attersee war dicht besetzt, selbst auf der Orgelempore, wo die Organistin zum Einzug der Gläubigen und Ungläubigen spielte, fanden die Nachzügler kaum mehr Platz. Man weiß ja, wenn es jemanden zu begraben gilt, dann sind selbst jene, die mit der katholischen Kirche nicht viel zu tun haben möchten, oft dankbar, dass es sie immer noch gibt. Denn sie hat ein bewährtes Ritual ausgeprägt, das der Verabschiedung einen festen Rahmen bietet und damit auch den Hinterbliebenen in ihrer Unsicherheit hilft, wie sie das, was nun geschehen muss und auf sie zukommt, bestehen werden. Wenig ist trauriger, als wenn sich die Besucher eines von religiösem Zeremoniell befreiten Begräbnisses ratlos anschauen, weil sich keiner überlegt hat, wie die Sache eigentlich weitergehen könne, ohne in ungestalter, roher Formlosigkeit zu enden.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Jubel & Krawall
Sophie Passmann im Interview
"Ich teile ja auch ordentlich aus"
Kann man Selbstdisziplin lernen? Wendy Wood im Interview
Psychologie
Kann man Selbstdisziplin lernen?
Men is calculating the cost of the bill. She is pressing the calculator.; Soforthilfe
Corona-Soforthilfe
"Zugegeben, da habe ich recht großzügig gerechnet"
Bürogebäude von ThyssenKrupp in Essen
Karriere
"Im Arbeitsleben sind wir keine Familie"
IV: Sex und Liebe in Zeiten von Corona
Sex und Corona
"Sex ist gerade ohnehin sinnvoll: Ein Orgasmus stärkt das Immunsystem"
Zur SZ-Startseite