bedeckt München 10°
vgwortpixel

Kolumne "Familie und andere Turbulenzen":Tauchen Sie ab

Baden gehen

Dank der vielen frischen Luft und der wasserabweisenden Kleidungsschichten gehört Ihr Kind noch nicht zu den 90 Prozent, die jetzt erkältet sind? Werfen Sie alle anderen Pläne über den Haufen und suchen Sie das nächstgelegene Schwimmbad auf: Dies dürfte das letzte Mal für lange Zeit sein, dass Sie Gelegenheit haben, den Sommer-Badespaß noch ein wenig zu verlängern.

Das könnte schiefgehen: Ihr Kind fängt sich im 35-Grad-Freiluftbecken und der Mutprobe (einmal zum verlassenen Spielplatz rennen, rutschen und wieder zurück) doch noch einen Schnupfen ein.

Die Lösung: Nun, das war der Spaß doch wert, oder?

Reingehen

Irgendwann treiben Kälte, Nässe und Hunger selbst Kinder wieder in die Wohnung. Das ist Ihre Chance, eine langfristig schöne Kindheitserinnerung zu prägen: Dazu brauchen Sie nur ein warmes Getränk, eine Decke, in die Sie das Kind (und sich selbst) wickeln und ein wenig Zeit, um das zu genießen. Kleine Variante: Vorlesen. Auch Schulkinder, die längst selbst des Lesens mächtig sind, genießen das. Wer sonst acht Sekunden Stillsitzen als nah an der Nötigung empfindet, kuschelt sich nun entspannt an den Vorleser. Und die ganze Familie kommt zur Ruhe.

Das könnte schiefgehen: Nichts. Außer vielleicht, dass Sie einschlafen.

Abtauchen

Während es an sonnenüberfluteten Sommertagen eine Schande ist, nicht draußen aktiv zu sein, kann man an düsteren Herbsttagen ohne schlechtes Gewissen das Nichtstun genießen. Das Kind entdeckt sein Zimmer neu, die Eltern Couch und Buch. Das ist eine Zeitlang schön, sehr schön. Doch dann kündigt sich angesichts von Bewegungs- und Lichtmangel bei den Erwachsenen der Hauch einer Herbst-Depression an. Zum Glück hat das Kind just ein Spiel gefunden, das es schon lange mal mit den Eltern spielen wollte.

Das könnte schiefgehen: Das Kind verliert dreimal hintereinander bei Mensch-ärgere-dich-nicht.

Die Lösung: Gemeinsam einen Pokal für den guten Verlierer basteln, anschließende Siegerehrung mit Limodusche.

Zur SZ-Startseite