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Kolumne "Familie und andere Turbulenzen":Göttliche Unterhaltung

Familien-Kolumne

Wenn Kinder sich über Gott und die Welt unterhalten, warten neue Erkenntnisse auf die Erwachsenen.

(Foto: Stephanie Wunderlich)

Wer mehr von übersinnlichen Zusammenhängen und über das Leben nach dem Tod erfahren will, muss Kindern zuhören. Für die jungen Philosophen sind die großen Fragen der Menschheit längst geklärt.

Kinder sprechen gerne über Gott und das Leben nach dem Tod oder das Leben vor der Geburt. Ihre Fragen bringen Eltern schnell an die Grenzen des Erklärbaren, schließlich sind sie nicht alle Philosophen. Das macht aber nichts.

Wenn Eltern nicht weiterwissen, sollten sie einfach den Spieß umdrehen und den Nachwuchs fragen. So erfahren sie endlich, wo sich die Kinderseele vor dem Kreißsaal herumtrieb: "Na, im Himmel, bei den Engeln. Da hab ich euch schon mal zugeschaut."

Noch erhellender ist es, Kinder beim ernsthaften Gespräch über alles Überirdische zu belauschen.

Das Mädchen (nimmt in der Grundschule gerade die Planeten durch): "Was ist eigentlich, wenn die Sonne irgendwann einmal die Planeten verschlingt - verschlingt sie Gott dann auch?"

Der Junge (noch nicht in der Grundschule, aber logisch begabt): "Nein, Gott ist doch kein Planet."

Das Mädchen: "Dann ist alles weg, bis auf Gott."

Beide schweigen.

Da hellt sich das Gesicht des Mädchens auf: "Dann macht er einfach alles wieder neu. Die Planeten macht er neu, mich macht er neu, ..." "Und mich!", fällt der Junge ein. Der Weltuntergang, ein großer Spaß.

Überhaupt verliert der Tod seinen Schrecken, wenn man ihn mit den Augen eines im Übersinnlichen fest verankerten Kindes sieht. Zumindest wenn es sich um den Tod des altersschwachen Kaninchens handelt, das nicht mehr nach jedem Sprung auf allen Vieren landete. Auch nicht nach jedem Hoppeln. Sogar eine leichte Drehung brachte das Tier am Ende aus dem Gleichgewicht. "Jetzt kann er im Hasenhimmel wieder hüpfen, wie er will. Ganz wild. Und wir besuchen ihn, wenn wir tot sind", freuen sich die Kinder, nachdem die Tränen des Verlustes getrocknet sind.

Und das einsam zurückgelassene zweite Kaninchen? "Bekommt meinen Stoffhasen, in den ist es eh verliebt. Und wenn der umfällt, kennt es das ja schon."

Am Abend sinniert der Vater auf dem Sofa. Beneidenswert, dieser feste Glaube der Kinder an das, was sie nicht sehen können. Nur schade, dass bei den meisten das Vertrauen auf ein höheres Wesen, das über einen wacht, mit der Kindheit schwindet. Vielleicht auch nur die Vorstellungskraft, was alles möglich ist auf dieser ...

Da, ein Schrei! Laut, voller Angst, vom Sofa reißend "Papaaaaa! PapAAAAAAA!!!"