Manchmal hat der Kölner Karneval eine ganz unerwartete Poesie. Zum Beispiel am späteren Abend im Backstagebereich des großen Saals, im eigentlich sehr wenig poetischen Hotel Maritim. Durch hohe Fenster schaut man hinaus auf den Rhein, regennasse Straßen und eine kahle Platane. „Schau mal“, sagt Stephan Brings, Sänger der Kölschrock-Band Brings, „da sitzt ein Papagei.“ Und tatsächlich, direkt vor dem Fenster hat sich ein großer Papagei niedergelassen, unbeeindruckt vom herabnieselnden Eisregen. In Köln gibt es neuerdings eine Kolonie von Papageien, genauer gesagt Halsbandsittichen, die es irgendwie verstehen, durch den Winter zu kommen. Dieser Vogel sieht aus, als habe er sich einen Premiumplatz gesichert, um dabei zu sein, wenn Brings gleich auf der Mädchensitzung der Großen Karnevals-Gesellschaft Greesberger e. V. Köln von 1852 Hits wie „Superjeilezick“ spielen und die Halle zum Beben bringen, wie die Karnevalsberichterstatter gerne schreiben.
Karneval in KölnAm Aschermittwoch ist alles vorbei
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War eine „superjeile Zick“, eine supergeile Zeit: 21 Jahre lang prägte Christoph Kuckelkorn den Kölner Karneval, zuletzt als Präsident des Festkomitees. Jetzt aber ist Schluss. Auf Abschiedstour mit einem, dem eine offene Gesellschaft immer sehr wichtig war.
Von Harald Hordych und Joachim Käppner

Karneval:„Jeder kriegt einen drüber, auch Putin“
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