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Klimawandel:"Du willst doch auch, dass eine Bewegung entsteht"

Der US-Fotograf Gregg Segal inszenierte in seiner Serie "7 Days of Garbage" Menschen inmitten des Mülls, den sie in einer Woche produzierten. In den USA sind es im Durchschnitt etwa 14 Kilo, in Deutschland zwölf.

(Foto: Gregg Segal)

Was muss passieren, damit die Welt gerechter und der Klimawandel gebremst wird? Stephan Lessenich setzt eher auf die Politik, Harald Welzer auf den Einzelnen. Ein Streitgespräch unter Soziologen.

Interview von Thomas Bärnthaler und Alex Rühle, SZ-Magazin

Stephan Lessenich, der in München lebt und lehrt, ist mit der S-Bahn in den Redaktionsturm der "Süddeutschen Zeitung" gekommen. Harald Welzer sitzt zu Hause in Berlin und hat sich per Skype zugeschaltet - nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil es klimafreundlicher ist. Beide zählen zu den renommiertesten Soziologen Deutschlands, beide setzen sich seit Jahren kritisch mit Konsumkultur und Wachstumswirtschaft auseinander. Man darf sie durchaus als Aktivisten bezeichnen. Der größte Unterschied: Welzer hält weder Politik noch Wissenschaft für innovativ, singt das Hohelied der Nichtregierungsorganisationen und hofft auf eine kapitalismuskritische Graswurzelrevolution. Lessenich dagegen glaubt noch an die Gestaltungskraft von Politik, wenn sie nur radikal genug wäre. Er hat kürzlich eine Partei mitgegründet. In seinem Buch "Neben uns die Sintflut" beschreibt Lessenich die Verantwortung westlicher Gesellschaften am Klimawandel und an globaler Ungleichheit.

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