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Kinderchor der Oper Berlin:Immer gute Noten

Die Deutsche Oper Berlin hat einen großen Kinderchor. Fünf Kinder, die dabei sind, erzählen über Schmettern, Austoben und was sie genauso gern machen wie Singen.

Interviews von Alexa Hennig von Lange

Lola, 14

Wann kamst du in den Kinderopernchor?

Mit sechs.

Wie kam das?

Meine Oma ist ganz opernbegeistert. Also ist sie mit mir in die Oper gegangen. Da haben wir "Die Zauberflöte" gesehen, wo solche Engel über die Bühne flogen. Danach wollte ich unbedingt auch so ein Engel sein. Darum habe ich mich hier beworben, musste vorsingen und wurde zum Glück angenommen. Aber das Lustige war: Bei meinem ersten Opernauftritt in "Rheingold" war ich kein Engel, sondern ein Gnom.

Hast du schon immer gerne gesungen?

Ich komme aus einer eher nicht so musikalischen Familie, trotzdem habe ich als Kind zumindest zusammen mit meiner Mutter gesungen.

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Enno, 9

Möchtest du mal Opernsänger werden?

Eigentlich habe ich andere Pläne. Aber wenn die nicht klappen, dann vielleicht schon.

Willst du Astronaut werden?

Nein, das ist ja lebensgefährlich! Aber Fußballer!

Du singst und spielst Fußball?

Ja, das eine ist mit viel Laufen, das andere mit viel Stehen.

Wie lange bist du jetzt im Chor?

Seit zwei Jahren.

Hat sich deine Stimme verändert?

Ja, schon. Ich habe sie besser im Griff.

Singst du in der Schule anders als deine Klassenkameraden?

Die meisten singen tiefer als ich, weil sie das Höhersingen nicht so gewöhnt sind.

Schmetterst du los oder passt du dich an?

Ich halte mich lieber zurück.

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Emilia, 10

Singst du schon lange?

Ja, als kleines Kind habe ich immer geschrien, aber meine Mutter meinte gleich, dass ich bestimmt später mal singen werde. Irgendwann habe ich dann richtige Kinderlieder gesungen.

Was ist das Besondere am Singen?

Also, man kann sich in der Musik frei austoben, und es ist so ohne Grenzen.

Singst du jetzt immer noch zu Hause?

Na ja, ab und zu. Meistens unter der Dusche. Aber das macht wohl jeder. Oder?

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Fanny, 10

Warum wolltest du hier im Chor singen?

Ich war in "Hänsel und Gretel" und habe die Kuchenkinder gesehen. So was wollte ich auch unbedingt machen! Außerdem ist meine Mutter Sängerin. Daher habe ich sowieso schon immer gerne gesungen.

Singt deine Mutter Popmusik?

Nein, klassisch.

Übst du auch manchmal mit ihr?

Manchmal schon.

Ist Herr Lindhorst streng?

Eigentlich nicht. Nur, wenn wir laut sind. Aber das kann ich schon verstehen.

Ist es wichtig, beim Chorsingen konzentriert zu sein?

Natürlich, wenn man was falsch macht, müssen es alle wiederholen. Das ist anstrengend.

Möchtest du später auch Sängerin werden?

Nein, Ärztin.

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Salvador, 11

Bei welcher Oper hast du schon auf der Bühne gestanden?

Bei "Bei Hänsel und Gretel" war ich Ersatz. Wenn ein Kind krank geworden wäre, wäre ich eingesprungen.

Dann warst du eins der Kuchenkinder!

Ja, genau!

Wie ist es denn so auf der großen Bühne?

Ich fühle mich frei, es gucken uns so viele Leute zu und sind stolz auf uns, weil wir so gut singen.

Hast du vorher Lampenfieber oder wünschst du, dass es jetzt mal losgeht?

Ich kann es kaum erwarten, dass die Vorstellung beginnt.

© SZ vom 18.03.2017
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