Kinderarbeit in Indien:Die Kindergräber

Lesezeit: 20 min

Kinderarbeit in Indien: Der 14-jährige Loganathan an seinem Arbeitsplatz. In dieser Region im Süden Indiens reiht sich Steinbruch an Steinbruch.

Der 14-jährige Loganathan an seinem Arbeitsplatz. In dieser Region im Süden Indiens reiht sich Steinbruch an Steinbruch.

(Foto: Hema Chowdary)

Jeder dritte Grabstein auf Deutschlands Friedhöfen stammt aus Indien. Billig, aber ohne Kinderarbeit hergestellt, sagen die Steinmetze. Ein deutscher Experte ist vom Gegenteil überzeugt - und macht sich inkognito auf eine gefährliche Reise.

Von Björn Stephan

Am Ende sitzt Pütter telefonierend auf einem Bett in diesem heruntergekommenen Hotelzimmer in Bangalore und ihn überfällt eine Scheißangst. "Wir müssen weg! Jetzt!" Pütter steht auf und wirft seine vier Hemden und drei Hosen, die Kamera und den Laptop, alles, was er auf diese Reise nach Indien mitgenommen hat, in seinen Koffer und stürmt, den Koffer hinter sich ziehend, aus dem Zimmer zum Fahrstuhl. "Wir sind in Lebensgefahr!", sagt er, als der Fahrstuhl seine Türen schließt.

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