Familien-NewsletterSind Handy-Verbote sinnvoll?

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Bringt es etwas, Kindern das Handy oder bestimmte Plattformen zu verbieten? Darüber gehen die Meinungen auseinander.
Bringt es etwas, Kindern das Handy oder bestimmte Plattformen zu verbieten? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Kira Hofmann/IMAGO/

Was bringt es, Kindern bestimmte Spieleplattformen oder Social Media zu verbieten?  Unsere Autorin setzt auf die Vorbildrolle von Eltern – und auf analoge Spiele.

Ein Familien-Newsletter von Marie-Louise Timcke

Dieser Text stammt aus dem Familien-Newsletter der „Süddeutschen Zeitung“, der jeden Freitagabend verschickt wird. Hier können Sie ihn abonnieren.

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Erste, was ich morgens nach dem Aufwachen mache, ist, aufs Handy zu schauen. Habe ich neue Nachrichten? Was ist in der Welt geschehen, während ich geschlafen habe? Und: Schaffe ich es noch, das heutige Wordle zu lösen, bevor die Kinder ins Schlafzimmer stürmen? Denn wenn die mich mit dem Handy in der Hand erwischen, wollen sie natürlich auch gleich ran.

Meine Kinder werden von leuchtenden Bildschirmen angezogen wie Motten vom Licht – genauso wie wir Erwachsenen auch, wenn wir ehrlich sind. Als Eltern wissen wir natürlich, dass es wichtig ist, den richtigen Umgang mit Medien vorzuleben und die Bildschirmzeit und den Zugang zu nicht altersgerechten Inhalten zu begrenzen. Doch je älter die Kinder werden, desto eigenständiger bewegen sie sich in digitalen Welten. Was, wenn sie dabei auf Gefahren stoßen, auf die wir sie nicht vorbereitet haben – weil wir sie selbst gar nicht kennen?

Zum Beispiel auf der Spieleplattform Roblox: Täglich tauchen dort Millionen Kinder und Jugendliche in ein Metaversum voller Möglichkeiten ein. Meine Kollegin Marie Gundlach hat sich einen Account angelegt und die Plattform erkundet. Dabei hatte sie nicht nur Spaß, sondern stieß auch auf potenzielle Risiken, auf Sicherheitslücken. Aus Sorge davor verbieten manche Eltern ihren Kindern bereits, Roblox zu nutzen. Doch das sei keine Dauerlösung, schreibt Marie in ihrem Text (SZ Plus), denn „Kinder von solchen Plattformen schlicht auszuschließen, löst vor allem ein Problem der Eltern, nicht der Kinder“.

Zu einem ähnlichen Schluss kommt auch Anahí Sánchez aus dem Tiktok-Team der SZ. Im Podcast „Auf den Punkt“ vom 17. Februar spricht Anahí sich gegen eine Altersgrenze für Social Media aus, denn solche Verbote ließen sich ohnehin kaum durchsetzen. Und meine Kollegin Ulrike Nimz argumentiert in ihrem Meinungsbeitrag zum Thema (SZ Plus): „Mehr als Verbote braucht es Medienkompetenz quer durch die Altersklassen und Vertrauen.“

Sollten Sie Ihr Familienwochenende nun aber lieber analog gestalten wollen, empfehle ich Ihnen zum Abschluss noch den Text meines Kollegen Andreas Remien über die Faszination von Kartenspielen im digitalen Zeitalter. Bei uns zu Hause ist definitiv Uno Favorit.

Ein schönes Wochenende wünscht

Marie-Louise Timcke

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Die SPD will Tiktok, Instagram und ähnliche Plattformen für Kinder verbieten. Für 14- bis 16-Jährige soll es eine „Jugendversion“ geben. Die Union hadert mit ihrer Haltung – zumindest bis zum Parteitag am Wochenende.

SZ PlusVon Valerie Höhne und Vivien Timmler

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