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Kinder - der ganz normale Wahnsinn:"Wie kann man nur so blöd sein"

Die Eltern des Beifahrers wollten baldmöglichst erscheinen, um ihren noch immer schwankenden Sohn heimzuholen. Der Vater des zweiten Übeltäters hatte nur gesagt: "Bin auf dem Weg." Die Mutter des 18-jährigen Fahrers meinte, er solle den Nachtbus nehmen, sie sei wegen der jüngeren Geschwister nicht abkömmlich. Der Polizist nahm das nur widerstrebend hin.

Dann rief er bei der Festgesellschaft an. Als der Vater abnahm, hörte der Polizist lautes Lachen im Hintergrund, Gläser klirrten. Der Beamte räusperte sich: "Wir haben Ihren Sohn beim Diebstahl erwischt." "Aha." Der Polizist war mit der Reaktion eindeutig nicht zufrieden: "Er wollte mit seinen Freunden ein Warnschild von einer Baustelle entfernen und gefährdete dadurch den Verkehr!" "Ah. So." "Kommen Sie nun bitte aufs Revier und holen Ihren Sohn ab." "Nein."

Und da blieb dem Polizist blieb der Mund offen stehen: "Wie ... nein?!"

"Wie Sie sicher hören, feiern wir heute ein Fest, und ich habe schon ein paar Gläser getrunken. Wenn ich jetzt ins Auto steige und zur Wache fahre, bin ich gleich meinen Führerschein los." Der Beamte rang um Fassung, der Jugendliche unterdrückte ein Kichern. Der Polizist erhob sich vom Stuhl: "Wollen Sie etwa, dass wir Ihren Sohn mit dem Streifenwagen nach Hause bringen, so dass alle Nachbarn es sehen?" "Das wäre am besten. Und die Nachbarn sind eh alle hier." Der Polizist schnappte nach Luft.

Mit grimmigem Gesicht legte er auf und drehte sich zu dem Sohn des Abhol-Verweigerers um: "Du, komm mit, wir fahren", sagte er zu ihm. Als sie den Raum verlassen wollten, flog die Tür auf.

Herein stürmte der Vater des zweiten Übeltäters und rief: "Wie kann man nur so blöd sein?" Sein Sohn und die Freunde zogen die Köpfe ein.

Doch der Vater war noch nicht fertig. Fassungslos rief er: "Da muss doch einer Schmiere stehen!"

Erwischt beim Stehlen, Drogenkonsum, bei Schlägereien: Wie sollten sich Mütter und Väter verhalten, wenn der Teenager von der Polizei nach Hause gebracht wird? Die Psychologin Marion Pothmann weiß Rat.

© Süddeutsche.de/vs/leja
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