KaninchenDrei Fragen an ...

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Zwei junge Kaninchen in der Wildtierauffangstation vom Münchner Tierheim an der Riemer Straße.
Zwei junge Kaninchen in der Wildtierauffangstation vom Münchner Tierheim an der Riemer Straße. Florian Peljak

die angehende Tierärztin Viola Schillinger. Schon als Kind hatte sie Kaninchen, auf Instagram berät sie mit @kaninchenwiese.

Interview von Sandra Michel

SZ: In etwa jedem zweiten Haushalt in Deutschland lebt ein Haustier. Am häufigsten sind Katzen, dann Hunde, auf Platz 3 kommen Kleintiere, unter ihnen sind Kaninchen besonders häufig. Frau Schillinger, Sie sagen, gerade hier wird eine Menge verkehrt gemacht. Was ist der häufigste Fehler in Kaninchenfamilien?

Viola Schillinger: Kaninchen brauchen Freunde. Sie kuscheln, putzen sich gegenseitig und erkunden gemeinsam ihre Umgebung. Als Flucht- und Beutetiere fühlen sie sich nur sicher, wenn ein anderer aufpasst. Dabei wechseln sie sich ab. Sind sie alleine, können sie sich oft nicht richtig entspannen.

Kaninchen brauchen also, damit es ihnen gut geht, vor allem eins, ein weiteres Kaninchen. Was sonst?

Viel Platz zum Hoppeln. Zu zweit mindestens sechs Quadratmeter, also ungefähr ein halbes Kinderzimmer. Wie ihre wilden Verwandten brauchen Kaninchen vor allem frisches Grün. Im Sommer Wiese und Zweige zum Knabbern, im Winter Bittersalate, Kräuter oder Kohlblätter. Auch Heu ist wichtig. Ihre Zähne wachsen ein
Leben lang nach. Darum müssen Kaninchen lange und viel kauen, um sie abzunutzen. Man muss akzeptieren, dass Kaninchen keine Kuscheltiere sind. Wenn man sie hochhebt, denken sie, ein Marder oder Greifvogel hätte sie gepackt, und das macht ihnen große Angst. Sie wehren sich, zappeln oder kratzen und können sich verletzen. Am besten ist es, sich zu ihnen zu setzen, sie zu beobachten, zu füttern und langsam ihr Vertrauen zu gewinnen.

Manche Kaninchen haben richtig süße Schlappohren. Warum?

Das sind Widderkaninchen, eine sehr bekannte Kaninchenrasse. Ihre Schlappohren sehen süß aus, aber die Tiere wurden extra so gezüchtet, dass ihre Ohren hängen. Das nennt man Qualzucht, weil diese Kaninchen Ohrenentzündungen bekommen, die sehr wehtun. Diese Zucht ist eigentlich verboten, aber es ist schwierig, das zu kontrollieren. Leider werden Widderkaninchen überall gezeigt – in Büchern, Werbung oder Geschichten – und deshalb denken viele, Schlappohren seien nur süß, nicht problematisch.

Weitere Informationen gibt es auf der Webseite kaninchenwiese.de

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