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Kampf gegen Übergewicht:Letzte Hoffnung Magenballon

Wer krankhaft fettleibig ist, dem könnte ein Ballon helfen: Er wird operativ in den Magen eingeführt und bremst den Appetit.

Nicht bei allen übergewichtigen Menschen führen Diäten und Sport zu einer Gewichtsreduzierung. Zeigt die Eigeninitiative keinen Erfolg und ist ein Gewichtsverlust medizinisch notwendig, kann auf Kosten der gesetzlichen Krankenkasse die nicht operative Möglichkeit eines Magenballons genutzt werden. Mit ihm soll nachhaltig das Gewicht reduziert werden können.

Kampf gegen Übergewicht, Letzte Hoffnung Magenballon

Zu viele Pfunde auf den Rippen - ein Magenballon kann helfen.

(Foto: Foto: dpa)

Der mit einer sterilen Kochsalzlösung gefüllte Ballon im Magen sorgt dafür, dass der Patient bereits mit kleinen Portionen an Nahrung gesättigt ist. Dadurch wird nicht mehr so viel gegessen und Gewicht geht verloren. Auf diese Weise können nach Angaben von Dr. Istvan Velancsics, Facharzt für Innere Medizin bei Mang Medical One, binnen eines halbes Jahres 25 Kilogramm abgenommen werden.

Mit einer Sonde in den Magen

Der Ballon eignet sich auch für Menschen, für die eine Operation wie der Einsatz eines Magenbandes zu riskant ist. Voraussetzung für den Balloneinsatz ist, dass Speiseröhre, Magen und der Zwölffingerdarm gesund sind. Dann kann der noch nicht gefüllte Ball aus Silikon mittels einer Sonde in den Magen eingeführt, dort mit der Kochsalzlösung befüllt werden, um dann fortan frei im Organ zu liegen.

Nach sechs Monaten wird die Flüssigkeit abgelassen und der Ballon auf dem gleichen Weg entfernt, wie er positioniert wurde. Eine Belastung für den Körper oder den Magen selbst soll diese Methode nicht sein. "Allerdings", sagt Velancsics, "sind die ersten zwei Tage nach dem Einsetzen wirklich schlimm." Das liegt daran, dass der Magen versucht, den Fremdkörper loszuwerden.

Da der Ballon für den Magenausgang Richtung Darm zu groß ist, versucht das Organ ihn in die andere Richtung durch Erbrechen ins Freie zu katapultieren. Doch auch das ist aufgrund der Größe nicht möglich. In dieser Orientierungsphase des Magens plagen den Patient Übelkeit, teilweise begleitet von Erbrechen und Mattigkeit. Danach sollten aber keine Probleme mehr auftreten und das Leben kann ohne Einschränkung weiter gehen.

Bevor der Ballon eingesetzt wird, findet ein ausführliches Beratungsgespräch statt, in dem auch auf die zwei schweren ersten Tage hingewiesen wird. Ferner wird darauf eingegangen, was die Methode noch beinhaltet, nämlich das Erlernen einer besseren Ernährung. Gemeint ist damit nicht, dass leidenschaftliche Steakesser nun auf Müsli umsatteln müssen.

Vielmehr soll der Patient essen, was er mag und was ihm schmeckt - ansonsten wäre die Gefahr zu groß, nach dem Entfernen des Ballons wieder in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Wichtig ist laut Velancsics, dass gelernt wird, langsam zu essen und nicht über den Sättigungsgrad hinaus. Das ist seiner Ansicht nach die effizienteste Methode, nicht zuzunehmen.

© sid/sueddeutsche.de/bre
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