Julia Stoschek im Interview "Das arrogante Künstlergenie ist ausgestorben"

"So kompliziert ist es auch gar nicht mit der Videokunst", sagt Julia Stoschek.

(Foto: Christoph Neumann)

Julia Stoschek, Sammlerin, Kulturmanagerin, Industriellentochter, neigt nicht zur Geheimniskrämerei... Schon gar nicht, wenn es um die Kunst geht.

Interview von Christian Mayer

SZ: Frau Stoschek, Sie haben hier in Düsseldorf eine der größten Sammlungen für Medienkunst in Deutschland und zeigen Ihre Werke öffentlich. Wann ging das los mit Ihrer Sammelleidenschaft?

Julia Stoschek: Schon als Kind! Meine erste Sammlung habe ich etwa im Alter von fünf, sechs Jahren aufgebaut: Aufkleber und kleine Sticker. Die Zeit der Aufkleber war ja lange bevor man Dinge im Internet posten konnte. Sie klebten überall, auf Schulranzen, Toilettenwänden, Lampenpfosten, mit den unterschiedlichsten Botschaften. Ich habe alles gehortet, was ...