bedeckt München 31°

Playboy-Chef Hugh Hefner wird 85:Das exklusivste Altenheim von L.A.

Auch die Einrichtung seiner Villa, die an eine Kulisse aus einem alten Billy-Wilder-Film erinnert, wirkt leicht ramponiert, wie Besucher berichten. Dass kürzlich 170 Gäste eines Wohltätigkeitsdinners nach dem Besuch im Hause Hefner mit Fieber, Schüttelfrost und Übelkeit in die Klinik mussten, weil sie sich eine leichte Form der Legionärskrankheit zugezogen hatten, muss aber nichts heißen: Die Bakterien lieben warmes Wasser.

Playboy magazine founder Hugh Hefner poses for a portrait at his Playboy mansion in Los Angeles

Er wird als Playboy ins Grab sinken - und den weinroten Hausmantel mitnehmen. Hugh Hefner in seiner Playboy Mansion.

(Foto: REUTERS)

Das tut auch Hefner. Die Badetage mit planschenden Bunnys sind aber selten geworden, es sind Nostalgieveranstaltungen, die der Welt zeigen sollen, wie lustvoll es im exklusivsten Altenheim von L.A. zugeht. Man hat ja einen Ruf zu verlieren, besonders bei Gästen, die ein paar tausend Dollar bezahlen, um die Silvesterparty ihres Freundes Hugh besuchen zu dürfen.

Vielleicht war Hefner immer mehr Unternehmer als Playboy. Und deshalb will er jetzt seine Firma, die mit mehr als 200 Millionen Dollar bewertet wird, ganz wiederhaben, noch einmal Kontrolle gewinnen über sein Lebenswerk, die Playboy Enterprises Inc. Anfang des Jahres kaufte er Playboy-Aktien zurück, um das Unternehmen von der Börse zu nehmen.

Auch als Chefredakteur des Magazins, das 1953 mit Marilyn Monroe auf dem Titel an den Start ging, will er weiter amtieren. Der Glanz des Männerhefts, in dem es um Sex, Drinks, Stilfragen und manchmal um Literatur geht, ist zwar verblasst, doch noch immer lässt sich Geld damit verdienen.

Sogar der legendäre Playboy Club soll ein Comeback feiern: In London steht die Rückkehr der Bunnys an, wenn im Juni, kurz nach der Hochzeit, ein Hasentempel mit Cocktailbar, Spielsalon und VIP-Lounge eröffnet. Mit dieser Art von Unterhaltung hatte der Unternehmer einst viel Geld verdient, allein der Stammclub in seiner Heimatstadt Chicago lockte 1961 in nur drei Monaten 132000 Besucher an.

Mit 85 hat man nicht mehr so viel Zeit, und Hefner ist wild entschlossen, sie zu nutzen. Es geht längst nicht mehr um ein Spiel und den gehobenen Genuss, der etwas mit aristokratischem Müßiggang zu tun hat. Der Libertin Hugh Hefner, der so gerne gemeinsam mit seinen Freundinnen Pornos anschaut, ist in diesem Punkt Puritaner: Er arbeitet diszipliniert und hart daran, als Playboy ins Grab zu sinken.