Judentum:Ein geheiligter Boden - und was von ihm blieb

Judentum: Erst seit 2014 weist ein Mahnmal auf dem Campus der Aristoteles-Universität darauf hin, dass sich an dieser Stelle einst der wohl größte jüdische Friedhof Europas befand.

Erst seit 2014 weist ein Mahnmal auf dem Campus der Aristoteles-Universität darauf hin, dass sich an dieser Stelle einst der wohl größte jüdische Friedhof Europas befand.

(Foto: Tobias Zick)

An vielen Orten Thessalonikis finden sich Steine, die von einer jahrhundertealten Kultur und deren Auslöschung künden - sie gehörten einst zum wohl größten jüdischen Friedhof Europas. Eine Spurensuche.

Von Tobias Zick

Man muss sehr genau wissen, wonach man sucht. Sonst trampelt man acht- und würdelos darüber hinweg, wie sicher schon Tausende zuvor. Von der Agia-Sofia-Kirche, einem der mächtigen byzantinischen Monumente dieser nordgriechischen Metropole, über eine tosende Straße, dann ein paar Stufen hinab, zu den Katakomben des Heiligen Johannes. Den Weg zum Eingang pflastern glatt geschliffene Marmorplatten, nichts Besonderes, eigentlich. Doch dann ist da dieser eine Stein, unscheinbar eingelassen zwischen all den anderen: Er trägt, als einziger, Vertiefungen, die sich bei näherem Blick als Fragmente von Schriftzeichen erweisen. Hebräische Buchstaben.

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