HistorieDas verlorene Land

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Marienbad, 1946: Sudetendeutsche werden mit Gewalt nach Deutschland ausgebürgert – ohne Ansehen persönlicher Schuld oder Unschuld an den NS-Verbrechen in der Besatzungszeit.
Marienbad, 1946: Sudetendeutsche werden mit Gewalt nach Deutschland ausgebürgert – ohne Ansehen persönlicher Schuld oder Unschuld an den NS-Verbrechen in der Besatzungszeit. imago images/CTK Photo

Lange war die gewaltsame Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg ein Tabuthema in Tschechien. Heute reichen sich junge Menschen aus beiden Ländern die Hand.

Von Viktoria Großmann, Prag, Česka Lípa

Als Kateřina Tučková anfing, sich mit den Deutschen zu befassen, Anfang des Jahrtausends, lebte sie in der „Brünner Bronx“, wie sie es heute nennt. Für Studenten waren dort die Mieten günstig. Die Bratislava-Straße liegt eigentlich nahe am Zentrum der mährischen Hauptstadt Brno oder Brünn, der zweitgrößten Stadt des Landes. Aber noch Jahre nach der Wende 1989/90 wirkten die stolzen Bürgerhäuser teils heruntergekommen und schäbig. Im Sozialismus hatte man die Innenstädte verfallen lassen, die Menschen zogen in die neuen Plattenbauviertel. Zurück blieben viele Roma und alle, die sich nichts Besseres leisten konnten.

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