Der frühere Kulturbürgermeister Ralph Burghart drückt den Sachverhalt etwas kulturbürgermeisterlich, aber durchaus verständlich aus: „Die Schlacht von Stalingrad war per se ein Schreckensereignis für sich.“ Das ist, sogar in der Per-se-Doppelung, wahr. So wahr, dass man sich auch über Burgharts Aussage, Stalingrad sei „für uns auch ein Herzensanliegen“, nicht so sehr wundert, wenn man weiß, dass Chemnitz, wo Burghardt amtiert, und Wolgograd, das bis 1961 Stalingrad hieß, sogenannte Partnerstädte sind. Trotz des Kriegs, den Russland heute gegen die Ukraine führt, sei diese Partnerschaft nicht tot. Sie ruhe nur.
Historie: StalingradEine Schlacht, die niemals zu Ende geht
Lesezeit: 7 Min.

In Deutschland hat „Stalingrad“ an Aktualität verloren, es ist in die Geschichte gerutscht. In Russland ist es eindeutig aus der Geschichte wieder herausgetreten – zur Rechtfertigung eines Angriffskrieges.
Von Kurt Kister

Erinnerungskultur:KZ-Gedenkstätte Dachau wehrt sich gegen russische Anschuldigungen
Nach einer Feier in Hebertshausen zum 80. Jahrestag des Kriegsendes wurden Schleifen in den russischen und belarussischen Nationalfarben von den abgelegten Kränzen entfernt. Die russische Botschaft in Berlin spricht deshalb von einer „Schändung“. Die KZ-Gedenkstätte verweist darauf, dass Vorgaben missachtet wurden – und erhält Rückendeckung von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer.
Lesen Sie mehr zum Thema