Sie haben die Rheinhausener Rheinbrücke besetzt und die Villa Hügel gestürmt, einst Familiensitz der Krupp-Dynastie. Wütende Stahlarbeiter sind in die Konzernzentrale eingedrungen, haben den Manager Gerhard Cromme niedergebrüllt, mit Eiern beworfen und einen Galgen mit einer Puppe getragen, die dem Stahlchef von Krupp sehr ähnlich sah. Auf Fackelzügen mit tausend Feuern in ihrem Stadtteil und vor dem Düsseldorfer Landtag haben sie demonstriert: die zornigen, verzweifelten Arbeiter des Stahlwerks Duisburg-Rheinhausen, die im November 1987 erfahren haben, dass die Firmenleitung im Stillen die Schließung des zyklopischen Stahlwerks Duisburg-Rheinhausen plant. Tausende Arbeitsplätze sind in Gefahr, und die Wut schlägt höher als die Glut beim Anstich in den Hochöfen.
HistorieRotes Land, schwarzes Land
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Die SPD hat bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen eine schwere Niederlage erlitten. Gilt sie denn gar nichts mehr in ihrer einstigen Hochburg? Über die sehr wechselvolle Geschichte der alten Arbeiterpartei an Rhein und Ruhr.
Von Joachim Käppner

Kommunalwahl im Ruhrgebiet:Hurra, wir leben noch
Bei der SPD in Duisburg ist die Wahlparty tatsächlich eine Party, weil die AfD sie nicht wie befürchtet weggespült hat. Kein Tsunami also bei der Kommunalwahl im Ruhrgebiet, aber eine erschreckend blaue Welle ist es ja trotzdem. Also: Nicht übermütig werden.
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