Es ist der 29. Oktober 1786, als Johann Wolfgang von Goethe nach drei Monaten Reise in Rom ankommt. „Ja, ich bin endlich in dieser Hauptstadt der Welt angelangt!“, schreibt er in seinem autobiografischen Reisebericht. Der Dichter ist damals 37 Jahre alt und steckt in einer Lebenskrise: Das Leben im Staatsdienst in Weimar erscheint ihm belanglos. Schlimmer noch für einen Künstler: Seine literarische Produktion stagniert. Goethe, der nicht nur ein Poet, sondern auch ein Pragmatiker ist, macht sich an die Problemlösung – und beschließt, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Anfang September bricht er heimlich auf, mitten in der Nacht, inkognito. Sein Ziel lautet: Italien. Er sehnt sich nach den Schauplätzen der Antike und der Renaissance, nach der südlichen Sonne und der milden, mediterranen Landschaft. Dort möchte er seine literarische Muse wiederbeleben.
Reisen im 18. JahrhundertDie Faszination der römischen Nächte
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Im 18. Jahrhundert machten sich junge Aristokraten und gebildete Bürger auf den Weg in den Süden. Offiziell waren das Bildungsreisen, doch es gab auch ganze andere Verlockungen auf der Grand Tour.

Historie:Der härteste Nebenjob der Welt
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