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Halb Nahrung, halb Medikament:Vernichtende Urteile von Experten

Auch der französische Konzern Danone experimentiert mit einem Drink gegen die Demenz. In einer zwölfwöchigen Studie schien "Souvenaid" tatsächlich Alzheimer-Patienten zu helfen, sich besser an Namen zu erinnern. Andere Symptome besserten sich hingegen nicht, es gab keine Langzeit-Untersuchung, und viele der beteiligten Forscher arbeiteten für Danone.

Lebensmittelplagiate

Das ist wirklich drin

Aussagekräftige Ernährungsstudien sind extrem aufwendig und teuer; andererseits lässt sich mit Functional Food viel Geld verdienen. Fünf Milliarden Euro beträgt der Umsatz damit laut dem Marktforschungsunternehmen AC Nielsen derzeit in Deutschland; die kommenden Jahre werden wohl noch eine Steigerung bringen.

Die Zahlen verwundern angesichts der überwiegend vernichtenden Urteile von Ernährungswissenschaftlern. Sie halten Functional-Food-Produkte bestenfalls für wirkungslos, schlimmstenfalls seien gefährliche Nebenwirkungen möglich. Derzeit prüft die europäische Lebensmittelbehörde die Werbebotschaften, die gesunde Menschen zum Kauf von Functional Food animieren sollen.

Vom Sommer kommenden Jahres an sind nur noch solche Versprechen zulässig, deren Wahrheitsgehalt belegt ist. Bis Oktober waren von gut 4600 Werbebotschaften etwa 1700 beurteilt - die meisten negativ.

Viele der Verheißungen sind schlicht Unfug, zu schwammig oder die eingereichten Studien zu schlecht, als dass sie als Beleg für die Wirksamkeit der Produkte gelten könnten. Vermutlich bleibt es also trotz aller Anstrengung der Lebensmittelindustrie dabei: Gegen Übergewicht zum Beispiel hilft kein Nahrungsmittel, sogar wenn es sich um ein ganz besonderes handelt.