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Grippewelle:Höhepunkt zum Karneval

Mitten in die Faschingszeit soll der Höhepunkt der Grippewelle fallen. Ärzte raten zur letzten Gelegenheit für eine Impfung.

Die Grippewelle wird in Deutschland in etwa zwei bis drei Wochen ihren Höhepunkt erreichen - mitten in der Karnevalszeit. Darauf weisen die Deutsche Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV) und der Berufsverband Deutscher Internisten hin.

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"Zieh dir was Warmes an" - der Rat hilft gegen Grippeviren leider nicht.

(Foto: Foto: iStockphotos)

"Für alle, die noch nicht geschützt sind, ist deshalb jetzt die letzte Gelegenheit, sich gegen Grippe impfen zu lassen", betont der Mainzer Internist Juraj Galan.

Das gelte vor allem für ältere Menschen, denen die Influenza besonders gefährlich werden könne. In den vergangenen Monaten hatten immer wieder Wissenschaftler angezweifelt, dass die Grippe-Impfung Senioren tatsächlich so stark schützt wie bislang vermutet.

Zur Begründung wurde unter anderem darauf verwiesen, dass das Immunsystem mit zunehmendem Alter schlechter auf Impfstoffe reagiere. Nach einer Impfung sei die Bildung von Antikörpern bei Menschen über 70 Jahren um 50 bis 75 Prozent schwächer ausgeprägt als bei jüngeren Erwachsenen.

Unter Berufung auf Hochrechnungen des Robert-Koch-Instituts erklärten nun die beiden Fachverbände, allein in den Jahren 2001 bis 2007 habe die Impfung in Deutschland etwa 5.300 älteren Menschen das Leben gerettet.

Die Hochrechnung basiere darauf, dass es sich bei 90 Prozent der Grippe-Todesfälle um Personen über 60 Jahre handele. Zudem sei unterstellt worden, dass die Impfung eine 30-prozentige Wirksamkeit bei der Verhinderung tödlicher Grippeverläufe habe.

Diese Annahme sei sehr konservativ gewählt, betont DVV-Präsident Peter Wutzler: "Deshalb ist davon auszugehen, dass die Zahl von 5.300 Senioren, die der Grippe-Impfung ihr Leben verdanken, eine Untergrenze darstellt."

© AP/mmk
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